Hilfe und Tipps für Patienten
Wie stark sich eine COPD auf den Alltag auswirkt, hängt sehr vom Stadium der Erkrankung ab. Viele Betroffene haben ihre Erkrankung gut im Griff und unterschiedliche Strategien entwickelt, die Krankheit aktiv zu bewältigen. Im Folgenden einige Tipps zur Verbesserung des Wohlbefindens.
Allgemeine Alltagstipps
- Planen Sie Alltags- und Freizeitaktivitäten im Voraus, um Stress zu vermeiden.
- Entspannungstechniken und eine psychologische Unterstützung helfen dabei, mit Ängsten, insbesondere bei Atemnot, besser zurecht zu kommen. Das ist sicherlich auch eine gute Möglichkeit, dem Gefühl der Niedergeschlagenheit und einem möglichen Rückzug aus dem sozialen Leben zu begegnen bzw. vorzubeugen.
Leichter atmen ist besseres Atmen
Zwei Atemtechniken können Ihnen helfen, besser zu atmen und Atemnot zu vermeiden: Die so genannte "Lippenbremse" und die "Zwerchfellatmung".
Lippenbremse
- Lippenbremse
- Sie hilft dabei, die Überblähung der Lungenbläschen zu senken und vollständiger auszuatmen. Nutzen Sie die Lippenbremse immer bei körperlicher Anstrengung, die bei Ihnen Atemnot verursacht.
- In der Phase 1 entspannen Sie Nacken- und Schultermuskulatur und atmen langsam (bis 2 zählen!) ein. In der Phase 2 legen Sie die Lippen locker aufeinander und atmen gegen den Widerstand der Lippen langsam aus (bis 4 zählen!).
- Atmen Sie länger aus als ein.
- Atmen Sie immer aus, wenn die Anstrengung am größten ist.
- Halten Sie nie den Atem an.
- Zwerchfellatmung
Das Zwerchfell hat an unserer Atmung einen ganz entscheidenden Anteil. Sie unterstützen die Funktion des Zwerchfells, indem Sie seine Beweglichkeit erhöhen. Dazu müssen Sie nur Ihre Bauchmuskeln beim Einatmen entspannen und beim Ausatmen anspannen.Und so funktioniert es:
- Setzen oder legen Sie sich bequem hin. Die Knie sollten gebeugt sein, der Kopf gestützt, Rücken- und Nackenmuskulatur sind entspannt.
- Legen Sie nun eine Hand auf den oberen Teil Ihrer Brust, die andere ruht auf dem Bauch.
- Beim langsamen Einatmen zählen Sie wieder bis 2. Sie sollten fühlen, wie sich die Bauchmuskeln entspannen; Ihr Brustkorb sollte sich kaum verändern.
- Jetzt spannen Sie die Bauchmuskulatur an und atmen langsam – bis 4 zählend – durch die aufeinander gelegten Lippen ("Lippenbremse"!) aus. Sie sollten fühlen, wie sich Ihre Bauchmuskeln zusammenziehen.
Husten Sie richtig!
Überflüssiger, zäher Schleim kann Ihre Atemnot verschlimmern; zudem ist er ein idealer Nährboden für Krankheitserreger und begünstigt so das Auftreten von Infektionen. Damit der Schleim dünnflüssiger bleibt und leichter abtransportiert werden kann, sollten Sie ausreichend trinken.
Das "kontrollierte Husten", eine spezielle Hustentechnik, erleichtert das Abhusten des Schleims:
- Setzen Sie sich dazu auf einen Stuhl, stellen Sie die Beine parallel auf den Boden und verschränken Sie die Arme unter der Brust.
- Atmen Sie tief durch die Nase ein und halten Sie kurz die Luft an.
- Beim Ausatmen beugen Sie sich leicht vor und husten zweimal kurz und intensiv.
- Beim Husten drücken Sie mit ihren Armen auf den Bauch.
- Danach entspannen Sie sich einige Sekunden und wiederholen dann die Übung.
Sparen Sie Energie!
Gerade wenn Sie häufig unter Atemnot leiden, sollten Sie für Ihre Tätigkeiten einen eigenen Rhythmus finden. Ebenso wichtig ist es, sich und die Lunge durch sinnvolle Hilfsmittel zu entlasten. Nachfolgend finden Sie dazu ein paar Tipps:
- Machen Sie vor dem Aufstehen noch im Bett einige Streck- und Dehnübungen.
- Ein Bade- oder Duschhocker im Badezimmer kann eine große Erleichterung sein.
- Vermeiden Sie stark parfümierte Pflegeartikel.
- Vermeiden Sie jede Kleidung, die Brustkorb, Bauch oder Unterleib einschnürt.
- Setzen Sie sich zum Ankleiden.
- Mit langen Schuhlöffeln wird das Anziehen der Schuhe leichter.
