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Alarm in den Atemwegen: Exazerbationen bei COPD

Im Laufe des Tages geht es einem COPD-Patienten mal besser und zwischendurch – oft morgens – auch manchmal etwas weniger gut: Viele Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) kennen diese krankheitstypischen Tagesschwankungen und haben sie mit ihren Medikamenten gut im Griff. Manchmal jedoch kann sich das Krankheitsbild plötzlich zum Teil deutlich verschlechtern, so dass ein schneller Arztbesuch und die Intensivierung der Behandlung unumgänglich sind. Denn diese so genannten Exazerbationen gelten bei COPD-Patienten als Atemwegs-Notfall, die ein schnelles medizinisches Eingreifen erfordern – in sehr schweren Fällen auch im Krankenhaus. Bei mehr als 80 Prozent der Fälle reicht aber eine ambulante Behandlung aus.

Weniger Luft durch Atemwegsinfektionen und Luftschadstoffe

Atemwegsinfektionen durch Viren und Bakterien gelten als Hauptursache für Exazerbationen, deshalb treten sie in der nasskalten Jahreszeit gehäuft auf. Aber auch Luftschadstoffe (z. B. Zigarettenrauch, Abgase, Qualm) kommen als Auslöser in Frage. In rund 30 Prozent der Fälle bleibt die Ursache allerdings unerkannt.

Alarmstufe Rot: Anzeichen einer Exazerbation bei einer COPD

Exazerbationen kündigen sich üblicherweise mit typischen Warnsignalen an. Dazu gehören:

  • Zunehmende Atemnot, auch in Ruhe
  • Vermehrter Husten
  • Mehr und veränderter Auswurf beim Husten (zähere Konsistenz, gelbgrüne Färbung)
  • Verringertes Allgemeinbefinden (schlechtere Belastbarkeit, Müdigkeit, Abgeschlagenheit)
  • Verschlechterung der Peak-Flow-Werte
  • Engegefühl im Brustbereich, eventuell Fieber

Manche Ärzte werten auch einen erhöhten Bedarf an bronchienerweiternden Medikamenten als Warnzeichen einer sich ankündigenden Exazerbation.

Ein sorgfältig geführtes COPD-Tagebuch hilft Ihnen dabei, sich für den Besuch bei Ihrem behandelnden Facharzt (Pneumologen) gut vorzubereiten. Denn der ist für solche Fälle der richtige Ansprechpartner – bei sehr plötzlich auftretenden heftigen Verschlechterungen auch der Notarzt (Tel.: 112). Anhand Ihrer Eintragungen und Notizen, zum Beispiel zur Häufigkeit und Schwere der Symptome oder Beschaffenheit des Auswurfs, können die Mediziner auf einen Blick erkennen, ob eine plötzliche und behandlungsbedürftige Krankheitsverschlechterung vorliegt und bei Bedarf sofort entsprechende Maßnahmen einleiten. Für den ersten Termin bei einem Facharzt kann diese Checkliste zur Vorbereitung hilfreich sein.

Erste Selbsthilfe bei Exazerbationen

Lassen Sie sich am besten für den Ernstfall schon vorweg von Ihrem behandelnden Arzt einen Notfallplan und auch eine Box mit den wichtigsten Notfallmedikamenten (z. B. kurzwirksame Medikamente zur Atemwegserweiterung) zusammenstellen. Dann wissen Sie und Ihre Angehörigen bei Bedarf sofort Bescheid, was zu tun ist. Ganz wichtig dabei: Ruhe bewahren, eine atemerleichternde Körperhaltung einnehmen und die Lippenbremse durchführen.

Konkrete Tipps zum Vorgehen bei Exazerbationen im Zusammenhang mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung finden Sie auch in einem Faltblatt der Deutschen Atemwegsliga e. V. zum Download (Informationen für COPD-Patienten: Plötzliche Verschlechterung (Exazerbation) bei COPD).

Was macht der Arzt?

Gegen eine akute Krankheitsverschlechterung wird Ihr Arzt üblicherweise erst einmal medikamentös vorgehen und Ihre Arzneimitteltherapie entsprechend anpassen und eventuell auch erweitern. Um künftig weitere Exazerbationen zu vermeiden, erhalten Sie danach möglicherweise einen veränderten Medikamentenplan.

Vorgehen bei COPD-Exazerbationen

  • Leichte Exazerbationen:
    Behandlung mit kurzwirksamen bronchienerweiternden Substanzen (zum Inhalieren und/oder Einnehmen). Gabe von langwirksamen Medikamenten zur Bronchienerweiterung, sofern bislang noch nicht im Behandlungsschema.
  • Mittelschwere Exazerbationen:
    Zusätzlich Antibiotika und/oder Kortisontabletten
  • Schwere Exazerbationen:
    Krankenhauseinweisung, ggf. nicht-invasive mechanische Beatmung

Es gar nicht erst so weit kommen lassen

Exazerbationen sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn sie verschlechtern die Lungenfunktion bei COPD weiter und damit auch die Lebensqualität. In schweren Fällen können Exazerbationen einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Halten Sie sich daher unbedingt genau an die Behandlungsanweisungen Ihres Arztes. Was Sie selbst sonst noch zum Schutz beitragen können, lesen Sie hier.