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Bei Kräften bleiben: Die COPD beeinflusst den Stoffwechsel

Schlapp, ausgelaugt, nachlassende Kondition und dazu möglicherweise auch ein deutlicher Gewichtsverlust? All dies sind typische Begleiterscheinungen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Solch eine Systemerkrankung betrifft weit mehr als nur die Atmung und kann sich daher auf den ganzen Körper auswirken.

COPD beeinflusst den Stoffwechsel

Das Zusammenspiel aus Atmung, Herz-Kreislauf-Funktion und Ernährung bilden unter anderem die Basis für unseren Stoffwechsel und damit auch für einen funktionierenden Organismus. Wenn es an einer Stelle Probleme gibt – beispielsweise bei COPD-Patienten durch eine schlechte Atemfunktion und dadurch bedingte unzureichende Sauerstoffversorgung – gerät das System mitunter aus dem Lot. Mögliche Folgen: Verlust der körperlichen Leistungsfähigkeit, Gewichtsabnahme und Abbau von Muskelmasse.

Luft und Lebensmittel – Basis eines gesunden Stoffwechsels

Ohne Sauerstoff (aus der Atemluft) und Energie (aus der Nahrung) läge unser Stoffwechsel lahm. Sauerstoff sorgt überhaupt erst dafür, dass Nahrungsbestandteile wie Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate in Energie umgewandelt werden können. Nur eine ausreichende und kontinuierliche Sauerstoffzufuhr gewährleistet, dass alle Stoffwechselvorgänge reibungslos ablaufen, also alle Organe, Muskeln und Gewebe gut funktionieren. Vor allem bei schweren Formen der COPD ist die Sauerstoffversorgung jedoch eingeschränkt.

Essen und Trinken – gesund und ausgewogen

Achten Sie darauf genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Am besten Sie trinken viel Wasser oder ungezuckerten Tee. Auch mit Wasser gemischte Säfte eignen sich um den Feuchtigkeitshaushalt aufrecht zu erhalten. Frische Salate, Obst oder mageres Fleisch sollten auf Ihrem Speiseplan ganz oben stehen, da diese leicht verdaulich sind.

Mangelernährung und COPD – ein Problem bei dick und dünn

Stoffwechsel

Zwischen 20 - 60 % der COPD-Patienten leiden an einer Mangel- oder Fehlernährung. COPD-Patienten haben einen erhöhten Energieaufwand für die Atmung, der durch die Nahrung gedeckt werden muss. Hinzu kommen Appetitmangel oder verringerte Lust am Kochen zum Beispiel durch die krankheitsbedingte allgemeine Schwäche oder auch Begleiterkrankungen. Zudem verhindert die durch eine COPD hervorgerufene Atemnot manchmal den Gang zum Supermarkt, um sich mit gesunden frischen Lebensmitteln zu versorgen.

Bei sehr schlanken COPD-Patienten überrascht es nicht, wenn sie mangelernährt sind. Aber auch wer äußerlich gut ernährt scheint, kann trotzdem einen Mangel an bestimmten Nährstoffen haben.

Erhöhter Vitaminbedarf bei Rauchern

Raucher sollten darauf achten, ihren Körper mit den wichtigen Nährstoffen, insbesondere Vitamin C zu versorgen. Das Rauchen senkt die vom Körper dringend benötigten Nährstoffe und Vitamine. Raucher sollten daher viel frisches Obst und Gemüse essen. Vitamin C schützt die Zellen und Gefäße, die bei Rauchern besonders angegriffen werden, vor Infektionen und Erkrankungen.

Zwei Formen der COPD – dasselbe Problem: Mangelernährung

Der „Pink Puffer“-Typ leidet unter starker Atemnot und ist durch die vermehrte und energiezehrende Atemanstrengung häufig kraftlos und sehr schlank bis deutlich untergewichtig. Diese COPD-Patienten, bei denen häufig auch ein Lungenemphysem vorliegt, leiden vor allem unter Kalorienmangel und benötigen eine spezielle Ernährungstherapie. Denn Gewichtsverlust bei COPD beschleunigt unter anderem auch den Abbau von Muskelmasse (siehe weiter unten) und schwächt dadurch die Knochen (Osteoporose).

„Blue Bloater“-Typen hingegen neigen zu Übergewicht und zeigen trotz deutlichem Sauerstoffmangel mit bläulich verfärbter Haut eine nicht so ausgeprägte Atemnot. Diesen COPD-Patienten fehlen vor allem Eiweiß und Mikronährstoffe. Hier gilt es, langsam aber stetig überflüssige Pfunde zu verlieren – ohne dabei jedoch Muskelmasse abzubauen und eine gute Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen/Spurenelementen aus den Augen zu verlieren. Auch hier empfiehlt sich eine professionelle Ernährungsberatung.

Muskelabbau beginnt schleichend

Bei den meisten COPD-Patienten bilden sich bereits im Frühstadium der Erkrankung die Atemmuskulatur und die sogenannte fettfreie Muskelmasse des Körpers zurück. Gründe dafür können sein:

  • Bewegungsmangel („Schonhaltung“)
  • schlechte Nährstoffversorgung durch eingeschränkte Sauerstoffzufuhr
  • erhöhter Energiebedarf (zum Beispiel durch anstrengende Atemarbeit)
  • chronische Entzündungsvorgänge durch die COPD

Teufelskreis aus „Schonhaltung“ und Muskelabbau

Speziell mit der Schonung beginnt oft ein Teufelskreis, der die COPD-Patienten immer kraftloser werden lässt: Die krankheitsbedingte Atemnot führt zu einer Art Vermeidungsstrategie – die Betroffenen meiden körperliche Anstrengungen und Belastungen. Dadurch wiederum bildet sich die Muskulatur noch weiter zurück. Dem Herz-Kreislauf-System fehlt das so wichtige Training, sodass die Kondition immer weiter sinkt. Kommen Mangelernährung und/oder Gewichtsverlust hinzu, bauen die Betroffenen mehr und mehr ihrer körperlichen Reserven ab.

Den Teufelskreis durchbrechen

Doch das muss nicht sein! Sie können als COPD-Patienten selbst einiges dazu beitragen, dem körperlichen Abbau entgegenzuwirken. Versuchen Sie es doch einmal mit diesen drei Tipps:

  • Regelmäßige Bewegung

    Mit einem täglichen kleinen Spaziergang und/oder der Teilnahme an einer Lungensportgruppe stärken Sie Muskeln und Knochen und fördern Ihren Appetit.

  • Gemeinsam genießen

    Zusammen schmeckt es besser! Laden Sie Freunde zum gemeinsamen Kochen und Essen ein und wählen Sie dafür entsprechend nährstoffreiche Rezepte aus.

  • Einkaufen leichtgemacht

    Nutzen Sie die Lieferdienste von Supermärkten, um für eine gesunde Ernährung immer einen Vorrat an frischen und hochwertigen Lebensmitteln im Haus zu haben.