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Berufstätig mit COPD – geht das?

Berufstätig mit COPD

Viele COPD-Patienten, fragen sich nach der Diagnose (chronische Bronchitis oder Lungenemphysem), wie es mit ihrem Job weitergeht. Kann ich meine Arbeit trotz Lungenerkrankung weiter ausführen? Muss ich meine Arbeit aufgeben? Fragen wie diese beschäftigen viele Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Allein die Diagnose COPD ist kein Grund, die Berufstätigkeit aufzugeben, auch wenn Ihre Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit vielleicht im COPD Verlauf eingeschränkter werden. Viele Menschen arbeiten trotz eines Handicaps und viele Arbeitgeber unterstützen sie dabei.

Denn Arbeit ist wichtig. Sie

  • dient der Existenzsicherung
  • gibt Freude über eigene Fähigkeiten und Anerkennung für Geleistetes
  • zeigt die Möglichkeiten trotz gesundheitlicher Einschränkungen
  • gibt Selbstbestätigung und -vertrauen
  • ermöglicht soziale Kontakte
  • stärkt die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben

Um all das für Sie zu erhalten, gibt es eine Reihe von Maßnahmen. Dazu gehört auch, sich Arbeitsplatz und Arbeitssituation genau anzuschauen.

Besprechen Sie die berufliche Situation oder Wünsche nach privaten Tätigkeiten mit Ihrem Arzt. Er kann Ihnen dabei helfen, die COPD-Behandlung optimal daran anzupassen. Wichtig ist dabei natürlich auch, dass Sie Ihre COPD-Medikamente regelmäßig und richtig anwenden.

Maßnahmen am Arbeitsplatz

Beobachten Sie Ihren Arbeitsalltag aufmerksam. Oft können schon kleine Maßnahmen helfen:

  • Gibt es körperlich besonders anstrengende Aufgaben, die Sie an jemand anderen abgeben können?
  • Lassen sich Wege oder Arbeitsabläufe optimieren?
  • Fühlen Sie sich mit mehreren kleinen Pausen besser als mit wenigen langen?

Je nach Unternehmenskultur möchten Sie vielleicht nicht sofort mit Ihrem Arbeitgeber sprechen – hier gibt es Alternativen:

  • Weihen Sie Arbeitskollegen ein, denen Sie vertrauen. Sie können im Alltag eine große Stütze sein.
  • Sprechen Sie mit dem Betriebsarzt des Unternehmens. Er kann Ihnen sagen, welche Möglichkeiten es gibt – von leichten Anpassungen des Arbeitsplatzes über alternative Arbeitsmodelle bis hin zu einem Wechsel des Arbeitsplatzes. Auch über spezielle berufsbezogene Rehabilitationsprogramme für die COPD-Therapie kann er Sie beraten.
  • Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit innerhalb des Betriebs auf einen Arbeitsplatz zu wechseln, der körperlich weniger belastend ist.

Übrigens

In Deutschland gibt es vielfältige staatliche Fördermöglichkeiten, um Menschen mit Einschränkungen im Job zu halten oder bei der Wiedereingliederung ins Berufsleben zu unterstützen. Für Arbeitgeber gibt es deshalb auch finanzielle Zuschüsse für arbeitsplatzerhaltende Maßnahmen. Lassen Sie sich umfassend beraten.

Um konkrete Maßnahmen ableiten zu können, benötigen die handelnden Personen (beim Reha-Träger) ärztliche Informationen:

  • über Ihr bestehendes Leistungsvermögen
  • über die funktionellen Auswirkungen Ihrer Erkrankung.

Ausführliche Informationen bietet die Internetseite Wegweiser Arbeitsfähigkeit (von der deutschen Gesellschaft für Rheumatologie).

Einen Überblick über das Leistungsspektrum der beruflichen Rehabilitation gibt die Deutsche Rentenversicherung in der Broschüre „Berufliche Rehabilitation: Ihre neue Chance“.

Der Arbeitsplatz kann aber auch Auslöser der COPD sein

Stäube, Dämpfe und Gase sind mögliche Ursachen der COPD. Bei Berufen zum Beispiel im Bau und Steinkohlebergbau oder auch in der Landwirtschaft und Textilindustrie kann es solche Belastungen geben. Wenn der Verdacht besteht, dass Ihr Beruf oder Ihr Arbeitsplatz das Fortschreiten der COPD begünstigt oder verursacht hat, sollten Sie dem nachgehen. Suchen Sie Rat bei einem Facharzt für Pneumologie oder Arbeitsmediziner, um eine Berufskrankheit auszuschließen.