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COPD bei Frauen: Welche Besonderheiten gibt es?

Aktuelle Daten zeigen, dass Geschlechtsunterschiede bei der Diagnose und bei therapeutischen Maßnahmen der COPD, wie bei der Rauchentwöhnung, eine Rolle spielen. Frauen und Männer nehmen COPD-Symptome unterschiedlich wahr. Sie profitieren auch unterschiedlich stark von Maßnahmen wie der Rauchentwöhnung. Frauen gehen außerdem anders mit der Erkrankung um. Was heißt das für betroffene Frauen?

COPD wird bei Frauen häufig erst spät erkannt

COPD tritt immer häufiger auch bei Frauen auf.

COPD tritt immer häufiger auch bei Frauen auf. Man vermutet, dass das an dem veränderten Rauchverhalten von Frauen in den vergangenen Jahrzehnten liegen könnte. Die Erkrankung wird aber immer noch bei Frauen seltener und später erkannt als bei Männern. So stellten Allgemeinmediziner, denen fiktive Patienten vorgestellt wurden, die sich nur im Geschlecht unterschieden, in einer Untersuchung aus dem Jahr 2001, bei Männern COPD häufiger als initiale Diagnose.

Lungenfunktionsprüfung: Wichtig für die Diagnose

Wenn den Ärzten zusätzlich die Ergebnisse einer Lungenfunktionsprüfung vorlagen, war die COPD-Rate bei Männern und Frauen aber etwa gleich. Das heißt, bei Frauen kann eine Lungenfunktionsprüfung für die COPD-Diagnose besonders wichtig sein.

Frauen profitieren besonders vom Rauchstopp

Rauchen beeinflusst Frauen anders als Männer: Sie sind empfindlicher gegen Zigarettenrauch. Die gleiche Menge an Zigarettenrauch führt daher bei Frauen möglicherweise zu einer größeren Schädigung der Lunge. In dem Zusammenhang ist auch wichtig, dass Frauen von einer Rauchentwöhnung in puncto Lungenfunktion mehr profitieren als Männer. Das gilt allerdings nicht für Symptome wie beispielsweise den Auswurf.

Unterschiede in der Symptom-Wahrnehmung

Frauen und Männer nehmen die Krankheitssymptome auch unterschiedlich wahr. Atemeinschränkungen werden von Frauen stärker wahrgenommen. Allgemein gesagt entwickeln Frauen ein stärkeres Bewusstsein für körperliche Störungen. Frauen mit COPD zeigen auch häufiger depressive Symptome als Männer mit dieser Erkrankung.

Sollte die Frau bei COPD anders therapiert werden?

Es zeigen sich also einige Besonderheiten bei Frauen mit COPD. Sowohl die Symptomatik als auch die Ausprägung können anders sein als bei Männern. Das wiederum kann Auswirkungen auf die Diagnose haben. Körperliche Aktivität kann für Frauen und Männer mit COPD gut für die Lebensqualität sein.

Aber: Unterschiedliche Wirkungen der Bronchodilatatoren bei Männern und Frauen wurden bisher nicht gesehen.

Fazit:

Aktuelle Daten zeigen, dass immer mehr Frauen an COPD erkranken. Von einer Rauchentwöhnung profitieren Frauen noch mehr als Männer, was die Verbesserung ihrer Lungenfunktion betrifft. Bei Frauen wird COPD seltener und oft verspätet diagnostiziert. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ausführlich über Ihre Symptome ggf. auch über weitere Beschwerden, z. B. Depression und Ängstlichkeit, damit die Erkrankung rechtzeitig und effektiv behandelt werden kann.

Nützliche Hilfe zur Vorbereitung des Arztbesuches finden Sie hier.