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COPD: Besonderheiten im Alter

Die COPD betrifft häufig ältere Patienten. Weil sich die Atemwege mit zunehmendem Alter verändern, stellt sich die Lungenerkrankung „COPD“ im Alter anders dar. Oft kommen dann auch verschiedene Begleiterkrankungen und andere Probleme hinzu. Lesen Sie hier mehr über COPD bei älteren Menschen.

Eine glückliche Gruppe von Senioren. Dass sie an einer COPD leiden sieht man ihnen nicht an.

Die Erstdiagnose der Krankheit „COPD“ wird meist erst im 5. oder 6. Lebensjahrzehnt gestellt. Entsprechend nimmt der Anteil an COPD-Patienten im Alter zu: Ca. 15 % der über 65-Jährigen leiden an COPD. Sowohl die Diagnose als auch die Therapie können im Alter erschwert sein. Atemnot wird oft als normale Alterserscheinung gesehen, so dass die nicht-diagnostizierten COPD-Fälle im Alter zunehmen. Beim Auftreten der Symptome Husten, Auswurf und Atemnot empfiehlt es sich, rechtzeitig ärztlich abzuklären, ob eine COPD vorliegt.

Zu den Belastungen durch die COPD kommen bei älteren Patienten die Alterungsvorgänge der Lunge, der Verlust der Lungenfunktion und die Abnahme der Elastizität des Lungen- und Bronchialgewebes hinzu. Ältere COPD-Patienten haben außerdem häufig Begleiterkrankungen. Dazu zählen:

  • Gedächtnisstörungen
  • Herzerkrankungen
  • Osteoporose
  • Muskelabbau und Gewichtsverlust
  • Depressionen, Schlafstörungen

Das vermehrte Auftreten von Begleiterkrankungen wird durch das Rauchen, körperliche Inaktivität, chronische Entzündungsreaktionen und vorzeitige Alterungsmechanismen erklärt.

Bedingt durch die Atemnot besteht die Gefahr, dass COPD-Patienten ihre körperliche Aktivität reduzieren. Im Alter ist es aber wichtig sich regelmäßig zu Bewegung zu motivieren. Wenn man wegen der Atemnot auf die Bewegung verzichtet, kann dies zu einer Abwärtsspirale mit nachlassender körperlicher Leistungsfähigkeit und stärkerer Atemnot führen.

Gefahr im Alter: Schwere Infekte und Lungenentzündungen

Die Gefahr an einer Lungenentzündung zu erkranken nimmt im Alter zu. Wegen der Alterung des Immunsystems können Infekte schwerer verlaufen. Impfungen gegen saisonale Grippe und gegen Pneumokokken sind als Schutzmaßnahmen deshalb im Alter besonders wichtig. Die Grippeimpfung wird nahezu allen COPD-Patienten empfohlen. Experten empfehlen auch eine Impfung gegen Pneumokokken ausdrücklich bei der COPD.

Exazerbationen können im Alter schwerer verlaufen. Auch die Notwendigkeit von Krankenhausbehandlungen erhöht sich im Alter. Es empfiehlt sich, den Notfall im Vorfeld zu planen, um entsprechend gut vorbereitet zu sein.

Wichtig auch im Alter: Die Therapietreue

Es ist wichtig, im Alter die Therapietreue aufrechtzuerhalten. Es kann dabei Hilfe nötig sein, weil Gedächtnisstörungen im Alter möglich sind. Unter Umständen entwickelt sich im Alter Misstrauen gegen Arzneimittel im Allgemeinen. Dem sollte durch Information über die Zusammenhänge entgegengewirkt werden. Die Bronchodilatatoren bleiben auch bei älteren COPD-Patienten ein wesentlicher Baustein für die Behandlung der COPD. Bronchodilatatoren sind atemwegserweiternden Medikamente, die vorzugsweise inhaliert werden. Jedoch kann die korrekte Anwendung des Inhalators im Alter wegen Koordinations- oder Gedächtnisstörungen Probleme machen.

Altersrelevante psychosoziale Krankheitsfolgen (Depression, sozialer Rückzug, Ängste) können z. B. im Rahmen einer pneumologischen Rehabilitation behandelt werden. Der Rauchstopp ist in jedem Alter wichtig und wirksam.

Fazit:

Begleiterkrankungen, Gedächtnisstörungen, schwerere Infekte und andere Probleme sind Besonderheiten bei älteren COPD-Patienten. Regelmäßige Bewegung und der Rauchstopp sind auch im Alter wichtig. Schutzimpfungen gegen Grippe und Pneumokokken sollten regelmäßig durchgeführt werden. Es kann notwendig sein, Hilfe bei der Aufrechterhaltung der Therapietreue in Anspruch zu nehmen.