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COPD – Exazerbationen im Winter

Drinnen warm, draußen kalt und manchmal weht eine steife Brise – und um einen herum viele schniefende und hustende Erkältungsopfer. Dieses Klima und Umfeld machen den angegriffenen Atemwegen von COPD-Patienten mitunter schwer zu schaffen. Im Winter haben akute Krankheitsverschlechterungen – sogenannte Exazerbationen – daher Hochsaison. Sie treten in der kalten Jahreszeit im Vergleich zum Frühjahr und Sommer über 30 Prozent häufiger auf. Oft löst ein Atemwegsinfekt diesen „Notstand“ in den von der COPD bereits angegriffenen Bronchien aus. Häufige Verursacher sind Erkältungsviren, manchmal aber auch Bakterien.

Prima Klima bei COPD

Empfindliche Bronchien reagieren im wahrsten Sinne des Wortes gereizt auf frostige Luft, feucht-kalten Nebel und trockenes Heizungsklima. Wenn Sie an einer obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden, sind Ihre Bronchien besonders empfindlich. Auch schnelle Temperaturwechsel können bei COPD-Patienten Atembeschwerden hervorrufen. Beugen Sie daher vor!

Unsere Klimatipps

Gegen trockene Heizungsluft

  • 3x täglich fünf bis zehn Minuten gut durchlüften (Durchzug)
  • Luftfeuchtigkeit in der Wohnung auf 50 % bringen, z.B. mit Wasserschalen auf der Heizung oder einem Luftbefeuchter

Bei Temperaturwechseln von drinnen nach draußen

  • Vor dem Gang nach draußen einen Moment in einem kühleren, kaum beheizten Raum verbringen (z.B. Schlafzimmer)
  • Draußen durch die Nase atmen
  • Ggf. einen Schal über die untere Gesichtshälfte wickeln und dadurch atmen, damit sich die Atemluft ein wenig erwärmt

Ansteckungsgefahren meiden

Mindestens genauso wichtig ist es aber, möglichen Krankheitserregern wenig Angriffsfläche zu bieten, um einer Exazerbation von vornherein vorzubeugen.

Unsere Vorsorgetipps

  • Nutzen Sie die jährliche Grippeimpfung und achten Sie auf die regelmäßige Auffrischung Ihrer Pneumokokkenimpfung
  • Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie im Winter vorsorglich Ihre Medikamentendosis anpassen sollen
  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Peak-Flow-Werte, um eine beginnende Exazerbation schnell zu erkennen
  • Verschieben Sie Verabredungen mit heftig erkälteten Freunden und Bekannten, bis die Ansteckungsgefahr vorbei ist
  • Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände

Weitere Hinweise, wie Sie einer Krankheitsverschlechterung bei COPD vorbeugen können, finden Sie hier.

Medikamente schützen

Jede Krankheitsverschlechterung der COPD (Exazerbation) reduziert die Lungenfunktion. Den besten Schutz dagegen bietet eine optimale medikamentöse Dauertherapie mit regelmäßiger Einnahme und Anwendung der verordneten Arzneimittel. Sollte es aber doch zu einer Krankheitsverschlimmerung bei Ihnen kommen, erhalten Sie gegen die Beschwerden im Rahmen einer Exazerbation neben der Dauerbehandlung häufig zusätzlich Medikamente, die die Atemwege schnell erweitern, die die Entzündung hemmen oder den Schleim lösen. In manchen Fällen verordnen Ärzte auch ein Antibiotikum – vor allem bei starker Atemnot, hohen Entzündungswerten im Blut oder bei Fieber.

Bitte suchen Sie umgehend Ihren Arzt auf, wenn Sie als COPD-Patient eine Krankheitsverschlechterung bemerken! Auch auftretendes Fieber kann neben zunehmenden Atembeschwerden zu den Alarmsignalen gehören. Lesen Sie hier, woran Sie eine beginnende Exazerbation erkennen können.

Machen Sie sich winterfest!

Vorbeugen ist aber nicht nur hinsichtlich der medikamentösen Behandlung eine gute Idee. Ein gut gewappnetes Immunsystem hilft Ihnen dabei, Exazerbationen von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Unsere Immuntipps

  • Ernähren Sie sich ausgewogen und vitalstoffreich und meiden Sie Alkohol
  • Verzichten Sie aufs Rauchen und auf den Aufenthalt in Räumen, in denen geraucht wird
  • Achten Sie auf ausreichenden Schlaf und vermeiden Sie Stress
  • Bewegen Sie sich regelmäßig (z.B. beim Lungensport) und gehen Sie auch im Winter viel an die frische Luft (bei sehr kalten Temperaturen sportliche Aktivitäten draußen vermeiden)