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COPD-Therapie – Ist doppelt besser?

Die Behandlung von COPD zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit und Schwere von Exazerbationen – also der akuten Verschlechterung des Krankheitsbildes – zu reduzieren. Sie soll die körperliche Leistungsfähigkeit des Patienten und die Lebensqualität verbessern. Die Wahl der Medikation richtet sich u. a. nach dem Ausmaß der Symptome, dem Therapieerfolg und den Begleiterkrankungen. Als Basistherapie bei COPD werden Bronchodilatatoren angewendet. Diese können auch miteinander kombiniert werden.

Was sind Bronchodilatatoren?

Bronchodilatatoren sind Medikamente, die zur Entspannung der Atemwegsmuskulatur führen und damit zur Reduktion des Atemwegswiderstandes. Dadurch mindern sie die Überblähung der Lunge in Ruhe und bei körperlicher Beanspruchung. Sie erhöhen auf diesem Weg die Belastbarkeit des Patienten. Zu den Bronchodilatatoren gehören Anticholinergika und Beta-2-Agonisten.

Wann kommen Bronchodilatatoren zum Einsatz?

Das Ausmaß der Symptomatik und das Risiko für Exazerbationen sind entscheidend für den Therapieansatz. Eine Anpassung der Medikation kann aufgrund des Vorhandenseins der vorherrschenden Symptome wie Atemnot, Bewegungseinschränkung oder dem Auftreten von akuten Exazerbationen während der Erhaltungstherapie erfolgen.

Gemäß den Leitlinien der Global Initiative For Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) wird die Anwendung von langwirksamen Bronchodilatatoren gegenüber den kurzwirksamen für eine Dauertherapie bevorzugt. Dies gilt allerdings nicht bei Patienten, bei denen nur gelegentlich eine Atemnot auftritt. Außerdem werden die kurzwirksamen Bronchodilatatoren zur sofortigen Anwendung bei akuten Symptomen, wie z. B. Atemnot, bei Patienten empfohlen, die bereits dauerhaft auf einen langwirksamen Bronchodilatator eingestellt sind. Die COPD-Behandlung kann, basierend auf der Symptomlast, mit einem langwirksamen Bronchodilatator oder gegebenenfalls auch mit einer Dualtherapie begonnen werden. Bei Patienten, die bereits mit einem Bronchodilatator behandelt werden, empfehlen die GOLD Leitlinien, bei anhaltender Atemnot auf eine Dualtherapie umzustellen. Bronchodilatatoren zur inhalativen Anwendung werden gegenüber denen zur oralen Einnahme bevorzugt.

Welche positiven Effekte bietet die Dualtherapie gegenüber der Monotherapie?

Person schreibt mit Kreide an eine Tafel.

Bei der Dualtherapie kommen zwei Bronchodilatatoren zugleich zum Einsatz: ein langwirksames Anticholinergikum (abgekürzt aus dem Englischen „LAMA“) und ein langwirksamer Beta-2-Agonist (abgekürzt aus dem Englischen „LABA“). Sie sind in der Lage, die Lungenfunktion, die Atemnot und den Gesundheitszustand deutlich zu verbessern. Außerdem können sie die Exazerbationsrate senken. In Kombination können sie zu einer effektiveren Bronchienerweiterung führen als eine Monotherapie mit einem Bronchodilatator.

Nehmen Sie Ihre Gesundheit selbst in die Hand!

Neben der medikamentösen Therapie gibt es zahlreiche nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten für COPD-Patienten: So kann z. B. durch eine Tabakentwöhnung die Entwicklung und das Voranschreiten der Erkrankung verlangsamt werden. Diese Maßnahme stellt die wirksamste und kosteneffektivste Methode dar. Einen Einfluss auf die Symptome und die Prognose des Krankheitsverlaufs von COPD-Patienten haben auch Über- und Untergewicht. So führt z. B. eine Gewichtsabnahme bei übergewichtigen Patienten zu einer Reduktion des Energiebedarfs bei körperlicher Beanspruchung und zusätzlich mit regelmäßiger körperlicher Aktivität zu einer Verbesserung des Atmungsablaufs. Dies erleichtert die Durchführung alltäglicher körperlicher Aktivitäten.

Unser Fazit

Bronchodilatatoren gehören zur Basistherapie bei einer Erkrankung mit COPD. Eine Kombinationstherapie mit zwei langwirksamen Bronchodilatatoren verstärkt die positiven Effekte auf die Beschwerden. Die GOLD-Leitlinien empfehlen insbesondere bei anhaltender Symptomatik den Einsatz einer Dualtherapie und befürworten die inhalative Anwendung gegenüber der oralen Einnahme.

2020/11