Sie sind hier

Sie sind hier

Blutzucker im Blick behalten: Diabetes ist eine häufige Begleitkrankheit der COPD

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) geht mit Veränderungen einher, die nicht nur die Lunge betreffen. Häufig entwickeln sich Begleiterkrankungen, die vordergründig nichts mit der Lunge zu tun haben. Das hat Auswirkungen auf Lebensqualität und Krankheitsverlauf von COPD-Patienten. Richten Sie daher auch Ihre Aufmerksamkeit auf Beschwerden, die nichts mit der Lunge zu tun haben und sprechen Sie diese beim Arztbesuch an.

COPD und Diabetes: eine ungünstige Doppelbelastung

Die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus und die Lungenerkrankung COPD haben auf den ersten Blick nichts gemein, trotzdem erkranken Menschen mit COPD überdurchschnittlich oft an Diabetes. In einer Studie mit über 6000 COPD-Patienten war jeder siebte von diesen (14,3 %) auch zuckerkrank. Die Gründe für das häufige Zusammentreffen der beiden chronischen Krankheiten sind noch nicht endgültig erforscht.

Aber klar ist: die Stoffwechselkrankheit kann den Verlauf einer COPD ungünstig beeinflussen. So erhöht zum Beispiel die Zuckerkrankheit das Risiko für Infektionen. Dadurch steigt die Gefahr für Verschlechterungen (Exazerbationen). Außerdem geht Diabetes mit einer Schwächung der Muskulatur und eingeschränkter Lungenfunktion einher, beides kann die COPD-Symptome verstärken.

Damit es nicht soweit kommt, müssen beide Erkrankungen optimal behandelt werden.

Diabetes erkennen und konsequent behandeln

COPD-Patientin misst Blutzucker

Ein zu hoher Blutzuckerspiegel ist das wesentliche Merkmal der chronischen Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus. Dies verursacht allerdings in der Frühphase der Erkrankung kaum Beschwerden. Vermehrter Durst, Abgeschlagenheit oder eine Anfälligkeit für Infektionen können Anzeichen dafür sein. Gewissheit bringt erst eine Blutuntersuchung. Da Diabetes eine häufige Begleiterkrankung von COPD ist, sollten Sie sich regelmäßig bei Ihrem Arzt auf Diabetes überprüfen lassen. Bei Verdacht auf Diabetes wird Sie Ihr Arzt zum entsprechenden Facharzt überweisen. Dieser sorgt dann dafür, dass Ihr Blutzucker gut eingestellt wird.

Keine Langzeitbehandlung mit Kortison

Diabetes kann auch die Folge einer vor allem längerfristigen Behandlung mit Kortison-Tabletten sein, vor allem, wenn es in hoher Dosierung verabreicht wird. Früher behandelten Ärzte sehr häufig auch COPD-Patienten mit Kortison-Tabletten. Mittlerweile ist wissenschaftlich erwiesen, dass es für viele Patienten mit COPD wirksamere Alternativen zum Kortison gibt. Eine Langzeitbehandlung mit Kortisontabletten oder hochdosierten Kortisonsprays sollte vermieden werden. Wenn eine akute Verschlechterung der COPD die Einnahme von Kortison-Tabletten nötig macht, sollte diese auf fünf Tage beschränkt werden.

Aktiver Lebensstil hilft bei COPD und Diabetes

Diabetes wird häufig durch Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigt. Und genau hier können Sie ansetzen. Häufig bessern sich durch Gewichtsabnahme und körperliche Aktivität die Blutzuckerwerte. Vielleicht brauchen Sie dann gar keine Diabetes-Medikamente mehr. Und auch die Lungenfunktion profitiert von einem an die Belastbarkeit angepassten Bewegungsprogramm.

Ernährung bei Diabetes - eine Beratung bringt Sie auf den richtigen Weg

Die Ernährung ist ein wichtiger Baustein bei der Diabetes-Behandlung. Keine Sorge: Sie müssen Ihr Essverhalten nicht komplett umstellen. Trotz Zuckerkrankheit können Sie prinzipiell alles essen. Trotzdem gibt es einiges, was Sie beachten sollten. Die Art und Weise, wie Sie essen, kann entscheidend dazu beitragen, dass der Blutzucker nach dem Essen nicht in extreme Höhen schnellt und langfristig gut eingestellt ist. Worauf es dabei ankommt, können Sie bei einer Ernährungsberatung erfahren, die sich immer auch nach Ihren persönlichen Wünschen und Bedürfnissen richtet. Ihr Arzt kann Ihnen bei der Suche nach entsprechenden Beratungsstellen weiterhelfen.