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Die Rolle von Kortison bei COPD

Ein Bekannter, der wie Sie ein Problem mit der Atmung hat, bekommt Kortison zum Inhalieren. Sie jedoch nicht. Wie kann das sein? Ganz einfach, es gibt sehr unterschiedliche Atemwegserkrankungen. Was für Ihren Bekannten das Beste ist, muss nicht gleichzeitig auch für Sie die richtige Behandlung sein. Hier muss jeder Arzt im Einzelfall entscheiden, welche Behandlung die Richtige ist.

Früher behandelten Ärzte sehr häufig auch COPD-Patienten mit Kortison. Mittlerweile ist wissenschaftlich erwiesen, dass es für viele Patienten mit COPD wirksamere Alternativen zum Kortison gibt. Da diese Atemwege oft besser erweitern können, wird in vielen Fällen versucht auf den Einsatz von Kortison bei COPD zu verzichten. In einigen Fällen wird der Arzt jedoch auch bei COPD zu Kortison raten – insbesondere, wenn es eine akute Verschlechterung (Exazerbation) gegeben hat. Ihr Arzt wägt also ab, wann er Kortison einsetzt.

Kortison bei COPD?

Wann wird bei in der COPD-Therapie noch Kortison verschrieben? Ihr Arzt kann Sie beraten.

Hier findet momentan ein Umdenken statt! Bei der COPD sind atemwegserweiterende Medikamente, vor allem langwirksame Bronchodilatatoren, die Basis der Behandlung. Ergänzend können kurzwirksame Präparate bei akuter Atemnot rasche Linderung verschaffen. Diese Medikamente werden üblicherweise inhaliert. Das antientzündlich wirkende Kortison wird hingegen bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Exazerbationen zusätzlich verabreicht. Welche Medikamente im Einzelfall angewendet werden sollten, kann nur Ihr Arzt entscheiden. Dies hängt ganz von Ihrer Erkrankung und von Ihrem derzeitigen Gesundheitszustand ab.

Der aktuelle Stand der Wissenschaft, der sich in den GOLD-Empfehlungen zur Therapie wiederspiegelt, spricht sich für die Kortisongabe bei COPD-Patienten aus, wenn diese ein erhöhtes Risiko für sogenannte Exazerbationen haben. Die von der Weltgesundheitsorganisation und Nationalen Gesundheitsinstituten der USA vor zehn Jahren gegründete weltweite Global Initiative for COPD (GOLD) klärt über die Erkrankung auf und setzt sich für Früherkennung und optimale Behandlung ein.

Sonderfall: Sehr schwere COPD

Wenn Sie eine COPD mit höherem Schweregrad haben und häufig eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands erleben, kann ein Kortisonspray oder -inhalator zusätzlich zu einem oder zwei atemwegserweiternden Mitteln sinnvoll sein. Ihr behandelnder Arzt wird die Notwendigkeit einer Kortison-Therapie mit Ihnen abstimmen.

Mehr Details zu Kortison: Wirkung und Nebenwirkung

Kortison oder genauer gesagt Kortikosteroide sind körpereigene Hormone mit vielfältigen Wirkungen im Körper. Unter anderem wirken sie entzündungshemmend und hemmen spezifische Bestandteile eines überaktiven Immunsystem. Vor allem diese Wirkungen machen künstlich hergestellte Kortisonpräparate so wertvoll für die Behandlung von chronischen Entzündungen etwa bei Gelenkrheuma, Asthma oder Neurodermitis.