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Häufig gestellte Fragen - COVID-19-Impfung für COPD-Patienten

In unserem Beitrag erhalten Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema COVID-19 Impfung für COPD-Patienten:

Wie gut wirken die COVID-19-Impfstoffe bei Patienten mit Atemwegserkrankungen?

Für die derzeit (Stand: 01.02.2021) zugelassenen COVID-19-Impfstoffe der Firmen BioNTech, Moderna und AstraZeneca wird angegeben, dass die Wirksamkeit bei Personen mit eingeschränktem Immunsystem geringer sein könnte. Das Gleiche gilt auch für Personen, die Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems einnehmen. In den Studien zur Wirksamkeit des Impfstoffs von BioNTech waren keine deutlichen Unterschiede bei den Teilnehmenden mit einem Risiko für schwere COVID-19 festzustellen. Dazu gehören u. a. Patienten mit Begleiterkrankungen wie z. B. Asthma und chronische Lungenerkrankung.

Dürfen COPD-Patienten gegen COVID-19 geimpft werden?

Eine Ärztin impft einen COPD-Patienten.

Ja, COPD-Patienten dürfen gegen COVID-19 geimpft werden. Da die Impfstoffe gegen COVID-19 derzeit allerdings nicht in großen Mengen zur Verfügung stehen, können vorerst nur bestimmte Personengruppen geimpft werden. Das Bundesgesundheitsministerium hat, basierend auf den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), eine Corona-Impfverordnung erlassen, die eine Einteilung in drei Gruppen nach Dringlichkeit vornimmt. COPD-Patienten gehören nach dieser Verordnung in die Gruppe mit „erhöhter Priorität“ (Stufe 3).

Warum sollten sich insbesondere COPD-Patienten gegen COVID-19 impfen lassen?

SARS-CoV-2 verursacht in erster Linie eine Erkrankung der Atemwege. Bei einem schweren Krankheitsverlauf kann sie u. a. zu schweren Lungenentzündungen bis hin zum Lungenversagen und zum Tode führen. Bestimmte Vorerkrankungen bewirken, dass Betroffene ein erhöhtes Risiko haben, schwer an COVID-19 zu erkranken. Zu diesen Vorerkrankungen gehört u. a. COPD.

Ab wann kann ich mich als COPD-Patient gegen COVID-19 impfen lassen?

COPD-Patienten gehören laut Corona-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums zur Personengruppe mit „erhöhter Priorität“ (Stufe 3), bezogen auf die Reihenfolge der Impfungen gegen SARS-CoV-2. Da erst Ende Dezember 2020 der erste Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen wurde, stehen zunächst nicht genügend Impfstoffdosen für die Gesamtbevölkerung zu Verfügung. Daher ist diese Einteilung nach Dringlichkeit notwendig.

Wie erfahre ich, wann ich mich als COPD-Patient impfen lassen kann?

Die Bekanntmachung sowie die Terminvergabe werden je nach Bundesland unterschiedlich gehandhabt. Die Deutsche Atemwegsliga e.V. hat hier eine Übersicht der einzelnen Regelungen zusammengefasst. Für die Terminvergabe kann in fast allen Bundesländern die 116 117 genutzt werden. Es wird außerdem die Möglichkeit geben, Termine online zu vereinbaren. Dieses Terminmanagement soll lange Warteschlangen vor den Impfzentren verhindern.

Wo kann sich ein COPD-Betroffener gegen COVID-19 impfen lassen?

In der ersten Phase müssen die COVID-19-Impfungen aufgrund der besonderen Situation über sogenannte Impfzentren und mobile Impfteams durchgeführt werden. Die mobilen Impfteams sollen Personen in stationären Pflegeeinrichtungen u. a. impfen. Gründe für die zentrale Organisation sind u. a. die besonderen Lagerungs- und Transportbedingungen sowie die Einteilung nach Dringlichkeit aufgrund der anfänglich begrenzten Anzahl an Impfstoffdosen. Die Organisation vor Ort wird in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Hierüber informieren die jeweiligen Landesregierungen ausführlich. Zusätzlich wird es Veröffentlichungen in der lokalen Presse geben.

Wie viele Impfungen sind für COPD-Patienten erforderlich?

Bei den bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffen (Stand: 01.02.2021) sind für einen vollständigen Impfschutz zwei Impfungen erforderlich. Die STIKO empfiehlt einen Impfabstand von:

  • 3 bzw. 4 – 6 Wochen für die mRNA-Impfstoffe von BioNTech und Moderna
  • 9 – 12 Wochen für den Impfstoff von AstraZeneca

Beide Impfungen müssen mit dem gleichen Impfstoff vorgenommen werden.

Wie wird die Sicherheit vor Ansteckung für COPD-Patienten im Impfzentrum sichergestellt?

Die AHA-Regeln zum Schutz vor Corona gelten auch in den Impfzentren. Sie besagen: Es ist ausreichend Abstand zu halten, die Hygieneregeln sind zu befolgen, und es ist eine Alltagsmaske zu tragen. Zusätzlich ist in den Impfzentren für eine ausreichende Belüftung gesorgt.

Kann sich eine COVID-19-Impfung negativ auf den COPD-Krankheitsverlauf auswirken?

Die Auswirkung der COVID-19-Impfung insbesondere auf COPD-Patienten wurde bei den derzeit (Stand: 01.02.2021) zugelassenen Impfstoffen noch nicht untersucht. Solche Studien sind allerdings in Planung.

Besteht die Möglichkeit, dass Angehörige von COPD-Patienten frühzeitig geimpft werden?

Zu den engsten Kontaktpersonen von Personen mit erhöhter Priorität werden in der Corona-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums keine Angaben gemacht.

Welche Nebenwirkungen sind nach einer COVID-19-Impfung eventuell zu erwarten? Betreffen diese besonders COPD-Patienten?

Die Sicherheit des Impfstoffs von BioNTech wurde in klinischen Studien untersucht. Folgende Nebenwirkungen wurden am häufigsten beobachtet:

  • Schmerzen an der Injektionsstelle (> 80 %),
  • Müdigkeit (> 60 %),
  • Kopfschmerzen (> 50 %),
  • Muskelschmerzen und Schüttelfrost (> 30 %),
  • Gelenkschmerzen (> 20 %),
  • Fieber und Schwellung an der Injektionsstelle (> 10 %).

Die Beschwerden waren normalerweise leicht bis mäßig stark ausgeprägt und klangen innerhalb weniger Tage nach der Impfung ab. Bei älteren Menschen trat eine Impfreaktion etwas seltener auf als bei Jüngeren.

Die Teilnehmenden der klinischen Studien zur Sicherheit des Impfstoffs von Moderna nannten als häufigste Nebenwirkungen:

  • Schmerzen an der Injektionsstelle (92 %),
  • Müdigkeit (70 %), Kopfschmerzen (> 64 %),
  • Muskelschmerzen (> 61 %),  
  • Gelenkschmerzen (> 46 %),
  • Schüttelfrost (> 45 %),
  • Übelkeit/Erbrechen (23 %),
  • Schwellung/Druckempfindlichkeit der Achsellymphknoten (> 19 %),
  • Fieber (> 15 %),
  • Schwellung an der Injektionsstelle (> 14 %)
  • Rötung an der Injektionsstelle (10 %).

Die Nebenwirkungen waren gewöhnlich mild bis mäßig stark ausgeprägt und klangen wenige Tage nach der Impfung ab. Bei älteren Menschen trat eine Impfreaktion etwas seltener auf als bei Jüngeren.

In den klinischen Studien zur Sicherheit des Impfstoffs von AstraZeneca traten folgende Nebenwirkungen am häufigsten auf:

  • Empfindlichkeit an der Injektionsstelle (> 63 %),
  • Schmerzen an der Injektionsstelle (> 54 %),
  • Kopfschmerzen (> 52 %),
  • Müdigkeit (> 53 %),
  • Muskelschmerzen (44 %),
  • Unwohlsein (> 44 %),
  • Fieber (> 33 %), Fieber über 38 °C (> 7 %),
  • Schüttelfrost (> 31 %),
  • Gelenkschmerzen (> 26 %),
  • Übelkeit (> 21 %).

Die meisten Nebenwirkungen waren leicht bis mittelschwer ausgeprägt und klangen normalerweise innerhalb weniger Tage nach der Impfung ab. Im Vergleich zur ersten Dosis waren die nach der zweiten Dosis gemeldeten Nebenwirkungen milder und weniger häufig. Eine Impfreaktion trat bei älteren Menschen (≥ 65 Jahre alt) etwas seltener auf und war im Allgemeinen milder.

 Welche Nebenwirkungen speziell bei COPD-Patienten nach Impfung mit einem der Impfstoffe auftreten können, kann derzeit noch nicht beantwortet werden.

Kann es trotz Impfung zu einer COVID-19-Erkrankung kommen? Ist dieses Risiko bei COPD-Patienten erhöht?

Für den Impfstoff von BioNTech konnte nachgewiesen werden, dass das Risiko einer COVID-19-Erkrankung um ca. 95 % gesenkt werden konnte. Die Schutzwirkung war in den unterschiedlichen Altersgruppen ähnlich gut. Das Gleiche gilt auch für Personen mit Begleiterkrankungen, die mit einem hohen Risiko für schweres COVID-19 verbunden sind.

Bei dem Impfstoff von Moderna zeigte sich, dass das Risiko einer COVID-19-Erkrankung um ca. 94 % gesenkt werden konnte. Die Schutzwirkung war für Personen zwischen 18 und 65 Jahren etwas besser (ca. 96 %) als für Personen zwischen 65 und 75 Jahren (ca. 82 %). Bei Personen mit Begleiterkrankungen, die mit einem hohen Risiko für schweres COVID-19 verbunden sind, war der Impfstoff ebenso wirksam wie bei den anderen Studienteilnehmenden.

Für den Impfstoff von AstraZeneca konnte nachgewiesen werden, dass das Risiko einer COVID-19-Erkrankung durchschnittlich um etwa 60 % gesenkt werden konnte. Personen mit einer oder mehreren Begleiterkrankungen hatten eine ähnlich hohe Impfstoffwirksamkeit von ca. 58 %.

Hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit werden die mRNA-Impfstoffe von BioNTech und Moderna von der Ständigen Impfkommission (STIKO) als gleichwertig beurteilt. Der Impfstoff von AstraZeneca wird aufgrund der derzeit verfügbaren Daten nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen. Von dieser Alterseinschränkung abgesehen, ist dieser Impfstoff gleichermaßen zum Schutz vor COVID-19 geeignet.

Für wen wird die COVID-19-Impfung besonders empfohlen?

Laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) muss ein Großteil der Bevölkerung eine Unempfindlichkeit gegen SARS-CoV-2 entwickeln, um die rasche Ausbreitung deutlich abzuschwächen. Entscheidend bei der Bekämpfung des Coronavirus werden die COVID-19-Impfungen sein. Sie werden es auch ermöglichen, die Kontaktbeschränkungen mittelfristig zu lockern. Aufgrund der derzeit begrenzten Mengen an Impfstoffen gegen COVID-19 ist die Impfung zunächst bestimmten Personengruppen vorbehalten. Das Ziel lautet jedoch, allen Menschen eine COVID-19-Impfung anbieten zu können.

Welche Arten von COVID-19-Impfstoff gibt es?

Derzeit (Stand: 01.02.2021) sind in der EU drei COVID-19-Impfstoffe zugelassen. Dabei handelt es sich bei den Impfstoffen von BioNTech und Moderna um mRNA-Impfstoffe, bei dem von AstraZeneca um einen Vektor-Impfstoff.

Können geimpfte Personen andere anstecken?

Die Frage, ob man trotz Impfung das Virus auf andere Menschen übertragen kann, ist bisher noch nicht eindeutig geklärt.

Ist es sinnvoll, während der SARS-CoV-2-Pandemie andere Impfungen durchzuführen?

Da das Gesundheitssystem während der aktuellen Pandemie sehr stark belastet ist, kann ein umfassender Impfschutz zur Entlastung beitragen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Immunsystem bei der Auseinandersetzung mit SARS-CoV-2 durch eine zeitnah durchgeführte Impfung negativ beeinflusst wird. Vor Beginn und nach Ende der beiden Impfungen gegen COVID-19 sollte ein Mindestabstand von 14 Tagen eingehalten werden, sofern es sich nicht um Notfallimpfungen handelt. Von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Impfungen, die fällig sind, können durchgeführt werden, z. B. die Pneumokokken-Impfung bei Patienten mit chronischer Grunderkrankung. Auch die Impfempfehlungen für die Grippeschutzimpfung gelten weiterhin.

2021/02