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Jetzt beachten: Knochenschwund – Osteoporose bei COPD

Rund ein Drittel der Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leidet auch an Osteoporose – im Volksmund „Knochenschwund“ genannt. Damit zählt dieses Krankheitsbild, neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und psychischen Krankheitsbildern wie Depressionen und Angstzuständen, zu den häufigsten Begleiterkrankungen einer COPD.

Die gute Nachricht: Sie können selbst eine ganze Menge tun, um Ihre Knochen zu schützen – allein und auch mit ärztlicher Unterstützung!

Osteoporose – was ist das?

COPD – Beratung zur Begleiterkrankung Osteoporose

Der Name der weit verbreiteten Knochenerkrankung Osteoporose stammt aus dem Griechischen: Ostéon heißt Knochen, porós bedeutet Loch. Denn bei einer Osteoporose verlieren die Knochen an Substanz und Struktur und werden dadurch porös, weniger belastbar und brüchig. Die Folge: Osteoporosepatienten erleiden häufig Knochenbrüche, die vor allem an den Wirbelkörpern, Unterarmen, am Oberschenkelhals und an den Rippen auftreten. Dafür reichen oftmals schon plötzliche heftige Bewegungen, starkes Husten oder ein eigentlich harmloser Sturz aus.

In gesunden Knochen findet ein ständiger Materialaustausch statt: Alte Knochensubstanz baut sich ab, neue wird aufgebaut. Bei Osteoporose verlieren die Knochen jedoch weit mehr Masse, als der Körper nachliefern kann – vor allem dann, wenn wichtige Aufbaustoffe für die Knochengesundheit fehlen wie Vitamin D3 oder der Mineralstoff Kalzium.

Wie hängen COPD und Osteoporose zusammen?

Auf die Frage, warum Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) häufig auch an Osteoporose erkranken, gibt es mehrere Antworten.

Ein Grund ist die krankheitstypische vorliegende generelle (= systemische) Entzündungssituation, die bei COPD-Patienten nicht nur die Atemwege, sondern letztendlich den ganzen Körper betrifft. Diese Entzündung erhöht das Osteoporoserisiko.

Ein anderer Grund sind Lebensstilfaktoren, die bei COPD-Patienten häufig anzutreffen sind. Rauchen, eine schlechte Ernährung und Bewegungsmangel fördern den Knochenabbau.

Ebenfalls ungünstig sind hohe Kohlendioxid-Werte im Blut. Diese entstehen bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung dadurch, dass die Atemmuskulatur der Betroffenen nicht mehr so gut funktioniert. Dadurch können manche COPD-Patienten das bei der Atmung entstehende Kohlendioxid nicht mehr richtig und komplett ausatmen.

Auch Kortisontabletten, die manche COPD-Patienten einnehmen, gelten als „Knochenräuber“, das heißt sie begünstigen eine Osteoporose. Ob auch Kortison zum Inhalieren (= inhalative Kortikosteroide/ICS) die Knochendichte negative beeinflusst, ist unklar.

Unumstritten ist: Je fortgeschrittener die COPD, desto höher ist das Risiko für eine Osteoporose.

Osteoporose aktiv vorbeugen

Wenn Sie an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung leiden, sollten Sie Ihrer Knochengesundheit besondere Aufmerksamkeit widmen, damit Sie einer möglichen Osteoporose von vornherein wirkungsvoll etwas entgegensetzen können. Folgende Tipps helfen Ihnen dabei:

  • Verzichten Sie auch Ihren Knochen zuliebe unbedingt aufs Rauchen
  • Halten Sie sich möglichst täglich eine halbe Stunde bei Tageslicht draußen auf und genießen Sie Sonne
  • Integrieren Sie ein regelmäßiges Bewegungsprogramm in Ihren Alltag, bei dem die Muskeln beansprucht werden (z. B. regelmäßige Spaziergänge, gezieltes Krafttraining unter Anleitung etc.)
  • Ernähren Sie sich kalzium- und Vitamin-D-reich (Kalzium: z. B. Milchprodukte, Brokkoli, Grünkohl, Käse | Vitamin D: Fisch, Eier, Butter, Milch)
  • Bitte nur in kleinen Mengen genießen: Phosphathaltige Lebensmittel (z. B. Cola, Schmelzkäse, Wurst) und Lebensmittel mit viel Oxalsäure (z. B. Rhabarber, Spinat, Kakaopulver)
  • Vermeiden Sie Untergewicht

Mit Medikamenten gegen Osteoporose

Vor allem Patienten, die längerfristig Kortisontabletten einnehmen müssen, können durch diese Therapie Knochenmasse verlieren. Daher verordnen Ärzte dann meist von Anfang an zusätzliches Kalzium und Vitamin D zur Vorbeugung von Knochenbrüchen (Frakturprophylaxe). Falls die Knochendichte bereits stark verringert ist, kommen spezielle Medikamente zur Osteoporosebehandlung in Frage.