Sie sind hier

Sie sind hier

Lungenfunktion mit Hilfe der Spirometrie messen

Mit einem einfachen, schmerzfreien Lungenfunktionstest, der sogenannten Spirometrie, kann der Arzt die Funktion Ihrer Lungen überprüfen. Im Verlauf der COPD-Erkrankung kommt es zu einem Verlust der Lungenfunktion. Das Ausmaß der Einschränkung ist ein wichtiges Kriterium, um die Schwere der Erkrankung zu beurteilen – aber auch andere Kriterien spielen eine Rolle.

COPD ist eine chronische Erkrankung, daher sollten Sie als COPD-Patient regelmäßig bei einem Lungenfacharzt vorstellig werden. Meistens wird dort ein Lungenfunktionstest vorgenommen. Insbesondere nach einer Exazerbation oder einem Infekt der Atemwege sollte dieser durchgeführt werden, um eine eventuelle Verschlechterung der Lungenfunktion festzustellen. Je nach klinischer Symptomatik kann anschließend auch eine Anpassung der Medikation erforderlich sein. Was genau bei einem Lungenfunktionstest passiert, sehen Sie in dem Patientenvideo.

Lungenfunktion mit Hilfe der Spirometrie messen

Der Lungenfunktionstest mittels Bodyplethysmographie liefert wichtige Aussagen über den Verlauf Ihrer COPD-Erkrankung und ist dabei ganz ungefährlich und schmerzfrei.

Mit einer sogenannten "Spirometrie" kann der Arzt Ihre Lungenfunktion überprüfen. Hierbei atmen Sie als Patient, mit einer Nasenklammer versehen, in das Mundstück eines Messgerätes, das den Luftstrom beim Atmen misst. So wird unter anderem bei der Spirometrie auch geprüft, wie viel Luft maximal aus- und eingeatmet werden kann. Ihre persönlichen Werte werden vom Computer automatisch errechnet. Dieser Funktionstest gibt Aufschluss darüber, wie gut Ihre Lunge funktioniert.

Die Lungenfunktionsprüfung ist das wichtigste medizinische Diagnoseverfahren, um eine COPD festzustellen, und kann vom Hausarzt oder Facharzt durchgeführt werden. Zu den wichtigsten Werten, die mit Hilfe der Spirometrie gemessen werden, gehören:

  • Vitalkapazität (VC): Die Luftmenge, die maximal ausgeatmet werden kann, nachdem Sie vorher so tief wie möglich eingeatmet haben.
  • Einsekundenkapazität (FEV1): Die Luftmenge, die Sie nach tiefster Einatmung innerhalb von einer Sekunde wieder ausatmen können. Während bei gesunden Menschen dieser Wert bei über 80 % der Vitalkapazität liegt, ist er bei COPD-Patienten durch die chronisch verengten Bronchien deutlich niedriger.

Nach den Ergebnissen der Lungenfunktion werden vier Stadien (GOLD-Stadien I-IV), je nach Schweregrad unterschieden:

  • Schweregrad I (leicht)
    Die Einsekundenkapazität liegt bei über 80 % des Normalwerts
  • Schweregrad II (mittel)
    Die Einsekundenkapazität liegt zwischen 50 % und 80 % des Normalwerts
  • Schweregrad III (schwer)
    Die Einsekundenkapazität liegt zwischen 30 % und 50 % des Normalwerts
  • Schweregrad IV (sehr schwer)
    Die Einsekundenkapazität liegt bei unter 30 % des Normalwerts

Im Video berichtet eine Patientin von einer plötzlich aufgetretenen Verschlechterung ihrer Lungenerkrankung (Exazerbation), die sie vor kurzem erlebt hat. Der Arzt veranlasst daraufhin einen Lungenfunktionstest, um festzustellen, ob die Lungenfunktion durch die Exazerbation eventuell beeinträchtigt wurde. Im Patientenvideo sehen Sie, wie ein solches Patientengespräch und ein Lungenfunktionstest (z.B. mittels Bodyplethysmographie) verlaufen kann.

Patientenvideo: Lungenfunktion

Das passiert beim Lungenfunktionstest:

Vor einem Lungenfunktionstest mittels Bodyplethysmographie brauchen Sie keine Angst zu haben. Er ist vollkommen schmerzfrei und unschädlich. So könnte der Test ablaufen:

  • Sie sitzen in einer speziellen, meist durchsichtigen Kabine und atmen dort in ein Mundstück. Um die genaue Lungenfunktion testen zu können, ist das Tragen einer Nasenklammer notwendig. Auf diese Weise kann keine Luft aus Ihren Lungen durch die Nase entweichen. Wenn nun die gesamte Luft durch das Mundstück strömt, kann sie gemessen werden.
  • Wenn die Aufzeichnung startet, werden Sie von Ihrem Arzt oder einer medizinischen Fachkraft gebeten, so stark wie Sie können einzuatmen und im Anschluss vollständig auszuatmen. Dieser Vorgang kann mehrere Male wiederholt werden, bis eine aussagekräftige Messung stattgefunden hat. Hierzu bekommen Sie genaue Anweisungen vom Fachpersonal vor Ort.
  • Im Anschluss werden Ihre persönlichen Lungenfunktionswerte anhand Ihrer individuellen Daten (u. a. Alter, Größe, Gewicht, Raucherstatus) automatisch mit Hilfe eines Computerprogrammes berechnet.

Das verrät der Lungenfunktionstest Ihrem Arzt:

Der Test zeigt Ihrem Arzt, ob eine eingeschränkte Lungenfunktion vorliegt oder sich Ihre COPD-Erkrankung verschlechtert hat. Besonders wichtig ist diese Messung nach einer Exazerbation oder einer vorangegangenen Infektion der Atemwege. Eine Verschlechterung Ihrer Lungenfunktion oder auch eine verstärkte Symptomatik, wie z. B. Luftnot, kann nach einem Gespräch mit Ihrem Arzt evtl. auch eine Anpassung Ihrer Medikation bedeuten. Zudem gibt der Lungenfunktionstest, der in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird, Ihrem Arzt einen Überblick über den Verlauf Ihrer COPD-Erkrankung.

2020/03