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Welche Rechte haben Sie an Ihrem Arbeitsplatz?

Manche Berufe erhöhen die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung einer COPD. Wenn bereits eine Beeinträchtigung durch die Erkrankung vorliegt, kann eine Ausübung der Tätigkeit erschwert werden. Welche Möglichkeiten gibt es, sich vor dem Auftreten einer COPD zu schützen? Und was können Sie tun, wenn die Erkrankung Sie daran hindert, Ihren Aufgaben nachzukommen?

COPD – ausgelöst durch den Beruf?

In manchen Berufen spielen eingeatmete Schadstoffe eine wichtige Rolle als möglicher Auslöser einer COPD. Zu den am meisten gefährdeten Berufszweigen zählen beispielsweise Arbeiten in der Landwirtschaft, Bergleute und Bauarbeiten. Risikobehaftete Substanzen können u. a. Stäube durch Arbeit mit Asphalt oder Zement sein, Stäube aus landwirtschaftlichen Tätigkeiten oder der Textilindustrie oder auch reizende Gase wie Ozon und Alkohole.

Tabakrauchen gehört ebenfalls zu den Auslösern einer COPD. Dabei gefährdet nicht nur der aktive Genuss von Zigaretten die Gesundheit, sondern auch das Passivrauchen. Somit kommt auch dem Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz eine hohe Bedeutung zu.

Eine COPD-Erkrankung kann die Belastbarkeit deutlich einschränken

Wenn es bereits zu einer Beeinträchtigung der Atemwege gekommen ist, kann eine körperliche Betätigung die COPD-Betroffenen in ihrem Arbeitsalltag einschränken. Physisch anstrengende Aufgaben können mit einer COPD-Erkrankung schwerer auszuführen sein. Kurzatmigkeit bei Bewegung und Belastung oder sogar Atemnot können die Folge sein.

Je nach Stadium der Erkrankung kann es erforderlich sein, zusätzliche Pausen einzuplanen oder auch auf eine andere, weniger belastende Tätigkeit auszuweichen. Vielleicht ist es auch möglich, körperlich anstrengende Aufgaben an Kolleg*innen abzugeben. Hier kann ein Gespräch mit dem*r Vorgesetzten weiterhelfen. Für den Fall, dass Änderungen in der Aufgabenverteilung oder ein effektiver Schutz vor Schadstoffen nicht möglich sind, ist eventuell ein Stellenwechsel eine Option, sofern die Firmenstruktur das zulässt. Unter Umständen kann es auch sinnvoll sein, eine Umschulung in Betracht zu ziehen. Hierzu ist es empfehlenswert, sich vom Unfallversicherungsträger beraten zu lassen.

Rehabilitation bei COPD möglich?

Bei einer dauerhaften Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Gespräch mit dem*r Betriebsärzt*in anzuraten. Aufgrund anhaltender Beschwerden, die eine Ausübung des Berufs deutlich beeinträchtigen, kann eine Rehabilitation notwendig sein. Die Kosten dafür übernimmt die Rentenversicherung, wenn bei Berufstätigen die Erwerbsfähigkeit aufgrund der Erkrankung gefährdet ist. Unter Umständen kommt sogar ein Antrag auf einen Schwerbehinderten-Ausweis in Betracht.

Sie suchen weitere Informationen?

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) erteilt z. B. Auskünfte über Möglichkeiten zur Sicherung des Arbeitsplatzes, Weiter- und Neuqualifizierung.

Die DGUV hält außerdem Informationen zu Rehabilitation und weiteren Hilfen bereit.

Der Sozialverband VdK bietet Ihnen z. B. hinsichtlich des Antrags für einen Schwerbehinderten-Ausweis Unterstützung.

Die für Ihre Berufsgruppe zuständige Berufsgenossenschaft finden Sie hier.

Zusätzliche Belastung im Beruf – welche Rolle spielt das Corona-Virus?

Die COVID-19-Pandemie hat die belastende Situation für manche COPD-Betroffene möglicherweise noch einmal verstärkt. Für den persönlichen Schutz, aber auch für die Sicherheit der Mitmenschen ist gemäß Corona-Arbeitsschutzverordnung das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes am Arbeitsplatz vorgeschrieben, wenn die örtlichen Gegebenheiten einen ausreichenden Abstand nicht gestatten. Eine bereits reduzierte Lungenfunktion kann so jedoch zusätzlich eingeschränkt werden und eine Berufsausübung beeinträchtigen. Die Arbeit im Home Office könnte eine Entlastung der Situation ermöglichen. Laut Corona-Arbeitsschutzregel sind Firmen angehalten, diese Möglichkeit zur Verfügung zu stellen, sofern die betrieblichen Voraussetzungen dies zulassen.

Fazit

Ihr Beruf kann eine wichtige Rolle als Auslöser für eine COPD spielen. Durch die Erkrankung kann Ihre Belastbarkeit eingeschränkt und die Ausübung von bestimmten Tätigkeiten beeinträchtigt sein. Ist Ihre Erwerbsfähigkeit dadurch gefährdet, könnte eine Rehabilitation infrage kommen. Sollen Sie aufgrund Ihrer COPD-Erkrankung Schwierigkeiten in Ihrem Beruf haben, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem*r Ärzt*in und/oder mit Ihrem*r Vorgesetzten.

2021/03