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COPD: Schadstoffe am Arbeitsplatz können auch Auslöser sein

Der häufigste Auslöser einer COPD ist zwar der Zigarettenrauch, aber eine COPD kann auch durch bei Arbeiten freigesetzte Stäube, Gase, Dämpfe und Rauche verursacht werden. Falls Sie sich fragen, ob Ihr Arbeitsplatz Ihre Lunge beeinträchtigt und wie Sie sich schützen können, finden Sie hier nähere Informationen.

Patient mit COPD durch Luftschadstoffe bei der Arbeit

In bestimmten Berufen gibt es besonders viel Kontakt zu Luftschadstoffen. Daher gibt es in diesen Berufen ein erhöhtes Risiko, eine COPD zu entwickeln. Beispielsweise:

  • in der Metallverarbeitung, z. B. durch Gase und Rauche beim Schweißen
  • im Bergbau, z. B. durch Quarz- und Kohlestaub
  • im Baugewerbe, z. B. durch vermehrten Kontakt mit Stäuben
  • in der Landwirtschaft, z. B. durch Stäube beim Getreideumschlag und in der Viehwirtschaft
  • in Reinigungsberufen, z. B. durch Belastung mit Desinfektions- und Reinigungsmitteln

Falls Sie sich fragen, ob Ihr Arbeitsplatz negative Folgen für Ihre Lungengesundheit haben könnte, bietet die Europäische Lungen Stiftung (ELF) auf ihrer Webseite einen Selbsttest und weiterführende Informationen an.

Auslösende Schadstoffe bei der Arbeit: Maßnahmen zum Schutz der Lunge

Um eine COPD zu entwickeln, muss es über längeren Zeitraum zu einer wiederholten Schadstoffbelastung gekommen sein. Das Problem dabei: die COPD wird oft erst später im Leben festgestellt. Dann kann es zu spät sein, problemlos die Arbeit zu wechseln. Es sollte zunächst geprüft werden, ob eine Versetzung möglich ist, so dass die Schadstoffbelastung verhindert werden kann. Falls das nicht möglich ist, sollten Schutzmaßnahmen etabliert werden, die die Schadstoffbelastung minimieren können.

Schutzmaßnahmen in den betroffenen Industrien sind z. B.

  • Absauganlagen
  • Befeuchtung der Stäube
  • Atemschutzmasken

Da diese Maßnahmen erst in den letzten Jahren in den Betrieben umgesetzt wurden, gibt es nach wie vor ältere Betroffene, die in der Vergangenheit mit beruflichen Schadstoffen in Kontakt gekommen sind und deshalb erkrankt sein könnten.

COPD – eine Berufskrankheit?

Die COPD kann als berufsbedingte Krankheit anerkannt werden. Dabei wird geprüft, wie wahrscheinlich es ist, dass berufliche Schadstoffe die Auslöser der Krankheit sind. Suchen Sie dazu Rat bei einem Facharzt für Pneumologie oder bei einem Arbeitsmediziner. In Deutschland sind Ärzte und Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, den Verdacht auf das Vorliegen einer Berufskrankheit an die Berufsgenossenschaft oder die Unfallkasse zu melden. Allerdings werden nicht alle Erkrankungen, die aus medizinischer Sicht arbeitsbedingt sind, zwangsläufig auch als Berufskrankheit anerkannt. Denn die Beweislage ist schwierig, wenn – wie bei der COPD – auch andere Schadstoffe auf die Lunge einwirken, etwa Zigarettenrauch.

Wie wird die berufsbedingte COPD behandelt? Die Behandlung ist die Gleiche wie bei einer COPD mit unbekannter Ursache. Wichtig ist unter anderem, Schutzmaßnahmen zu ergreifen und die Belastung mit den auslösenden Schadstoffen zu beenden.

Wichtiger Punkt ist, dass Raucher durch beruflich bedingte Schadstoffe zusätzlich in Gefahr sind, eine COPD zu entwickeln. Bei der Beurteilung kann es aber in so einem Fall schwierig sein zu entscheiden, ob der Auslöser auf das Rauchen oder auf die beruflichen Schadstoffe zurückzuführen ist.

Fazit

In einigen Berufen gibt es ein erhöhtes Risiko, eine COPD zu entwickeln. Falls betroffene Arbeitnehmer den Arbeitsplatz nicht wechseln können, sollte die Schadstoffbelastung durch Schutzmaßnahmen wie Absauganlagen, Befeuchtung der Stäube und Atemschutzmasken minimiert werden. Unter Umständen kann die COPD als berufsbedingte Krankheit anerkannt werden. Dies wird im Einzelfall entschieden.