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Vorsorgevollmacht – wichtig für jeden!

Durch eine Erkrankung, einen Unfall oder aufgrund des Alters kann es unerwartet passieren, dass man wichtige Angelegenheiten seines Lebens nicht mehr eigenständig regeln kann. Durch eine Vorsorgevollmacht können Sie festlegen, wer im Ernstfall diese Aufgaben für Sie übernehmen darf. Wir haben für Sie wichtige Informationen zum Thema Vorsorgevollmacht zusammengefasst.

Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Ein Mann besucht seine Frau im Krankenhaus

Eine Vorsorgevollmacht wird dann relevant, wenn Sie sich für einen bestimmten Zeitraum oder dauerhaft nicht mehr selbstständig um wichtige Dinge Ihres Lebens kümmern können. In eine solche Situation kann jeder unerwartet geraten – sei es durch eine Erkrankung, einen Unfall oder aufgrund des Alters. Durch eine Vorsorgevollmacht beauftragen Sie eine oder mehrere Personen Ihres Vertrauens, in einem solchen Fall stellvertretend für Sie zu handeln, zu entscheiden und Verträge abzuschließen.

Was genau kann man mit einer Vorsorgevollmacht regeln?

In einer Vorsorgevollmacht können Sie beispielsweise festlegen, wer Entscheidungen zu Ihrer Gesundheit oder Pflege treffen darf, wenn Sie selbst dazu nicht fähig sind. Sie können der bevollmächtigten Person zum Beispiel erlauben:

  • ärztliche Eingriffe einzuwilligen oder abzulehnen. 
  • Ihren in einer Patientenverfügung festgelegten Willen durchzusetzen.
  • Krankenakten beim Arzt oder im Krankenhaus einzusehen. 

Darüber hinaus können Sie durch eine Vorsorgevollmacht Entscheidungen zu vielen weiteren wichtigen Angelegenheiten Ihres Lebens treffen. Das betrifft zum Beispiel folgende Fragen: 

  • Wer kümmert sich um meine Bankgeschäfte?
  • Wer erledigt meine Behörden- und Versicherungsangelegenheiten?
  • Wer kündigt meine Wohnung?

Ihre Familie darf nicht automatisch für Sie entscheiden!

„Ich bin mir sicher, dass sich meine Familie im Ernstfall um mich kümmern würde. Brauche ich trotzdem eine Vorsorgevollmacht?“ Ja! Denn Ehepartner oder Kinder dürfen Ihre Angelegenheiten nicht automatisch für Sie regeln. Rechtsverbindliche Entscheidungen oder Erklärungen darf ein Familienmitglied nur dann für Sie übernehmen, wenn es durch eine Vollmacht dazu berechtigt ist oder wenn ein Gericht ihn als Betreuer ausgewählt hat. 

Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung? Am besten beides!

Es ist sehr empfehlenswert, neben einer Vorsorgevollmacht zusätzlich eine Patientenverfügung zu erstellen. Warum? Mit einer Patientenverfügung können Sie festlegen, wie Sie medizinisch behandelt werden möchten, wenn Sie nicht mehr selbst entscheiden können. Sie können hierin beispielsweise angeben, ob in bestimmten Situationen lebenserhaltende Maßnahmen getroffen werden sollen oder ob eine künstliche Ernährung oder eine Wiederbelebung stattfinden soll.

Die Vorsorgevollmacht ergänzt die Patientenverfügung. Denn durch die Vorsorgevollmacht können Sie beispielsweise eine vertraute Person auswählen, die sich dafür einsetzt, dass Ihre Patientenverfügung auch umgesetzt wird.

Eine Entlastung für Ihre Angehörigen

Eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung helfen Ihnen, im Ernstfall so selbstbestimmt wie möglich weiterzuleben. Zusätzlich ist es auch eine Erleichterung für Ihre Angehörigen, wenn sie genau wissen, was Sie sich wünschen.

Tipps zum Thema Vorsorgevollmacht

  • Tipp 1: Die Broschüre „Vorsorgevollmacht und Betreuungsrecht“ vom Ministerium der Justiz NRW beantwortet viele Fragen rund um das Thema Vorsorgevollmacht. Außerdem finden Sie dort ein Muster für eine Vorsorgevollmacht. Schauen Sie doch mal hier rein!
  • Tipp 2: Lassen Sie Ihre Vorsorgevollmacht im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren. Damit ist sichergestellt, dass die Vorsorgevollmacht im Ernstfall gefunden wird. Mehr dazu erfahren Sie unter diesem Link.