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COPD – Was passiert im Körper?

COPD ist die englische Abkürzung für chronisch obstruktive Lungenerkrankung mit und ohne Lungenemphysem.

  • Chronisch bedeutet, dass die Erkrankung dauerhaft ist. Sie kann nicht wie beispielsweise eine bakterielle Mandelentzündung mit einem passenden Antibiotikum ausgeheilt werden. Die COPD wird Sie also lebenslang begleiten. Sie können durch eine gesunde, aktive Lebensweise und regelmäßige Anwendung Ihrer Medikamente den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen!
  • Obstruktiv heißt, dass die Atemwege (Bronchien) verengt sind.
    Eine Verengung der Atemwege bei COPD tritt ein, wenn sich die Muskelschicht der Bronchien verkrampft. Dies passiert, weil die Schleimhaut in den Bronchien anschwillt und sich hier vermehrt Schleim bildet.
Dieses Bild zeigt den Querschnitt von Bronchien in unterschiedlichen Krankheitszuständen: die gesunde normale Bronchie, die Bronchie, die vermehrt mit Schleim bedeckt ist und die Bronchie, die obstruktiv/dauerhaft verengt ist.

Abb. 1: Querschnitt durch die Bronchien

  • Eine Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchien.
  • Beim Lungenemphysem sind die Lungenbläschen überbläht oder gar zerstört. Um zu verstehen, was das bedeutet, hilft ein Blick auf die normale Atemfunktion: Der eingeatmete Sauerstoff gelangt über die Luftröhre in die größeren Bronchien und weiter bis in die ganz kleinen Bronchien und Lungenbläschen. Die Lungenbläschen sind zuständig für die Aufnahme von Sauerstoff aus der Atemluft ins Blut. Gleichzeitig nehmen die Lungenbläschen Kohlendioxid (ein Abfallprodukt von Stoffwechselvorgängen unseres Körpers) auf und entsorgen diesen Abfallstoff mit der Ausatemluft nach außen. Wenn die chronische Obstruktion der Bronchien fortschreitet, werden immer mehr Lungenbläschen geschädigt und zerstört. Das beeinträchtigt die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. Zusätzlich bleibt immer mehr Kohlendioxid in der Lunge zurück. Es kommt zur unumkehrbaren Überblähung der Lunge, dem sogenannten Lungenemphysem. Typisch für das Lungenemphysem ist, dass die Luft nicht mehr vollständig ausgeatmet werden kann. Es entsteht ein „Ausatemstau“ und der COPD-Patient verspürt Atemnot.
Das Bild zeigt links gesunde Lungenbläschen. Rechts sieht man ein schweres Emphysem. Die Lungenbläschen sind deutlich überbläht.

Abb. 2: Gesunde Lungenbläschen links und schweres Emphysem rechts

Verlauf der COPD

Die Gefahr der Abwärtsspirale

Das typische Merkmal einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ist der so genannte Luftstau: Sie, als Betroffener, leiden unter einer Enge im Brustraum und haben das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen. Durch die Verengung der Bronchien können Sie nicht mehr vollständig ausatmen. Als Folge bleibt zu viel Luft in der Lunge zurück. Dadurch können COPD-Patienten weniger frische Luft einatmen. Sie bekommen Atemnot. Ohne eine angemessene COPD-Therapie verursacht der beschriebene Luftstau bei Ihnen eine „Abwärtsspirale“.

Droht eine Abwärtsspirale? Befreien Sie sich aus dem Teufelskreis!

Akute Krankheitsschübe (Exazerbationen)

Im Verlauf einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD) kann sich Ihre Lungenfunktion plötzlich und für kurze Zeit deutlich verschlechtern. Ihre Atembeschwerden werden dann kurzfristig schlimmer. Solche Krankheitsschübe nennt man „Exazerbationen“. Exazerbationen treten vorwiegend in der nasskalten Jahreszeit auf. Ursachen für diese Verschlechterung des Krankheitszustands können sein:

  • Erkältungen oder andere Infekte der Atemwege durch Bakterien oder Viren
  • Extreme Wetterlagen wie Hitze, Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit
  • Rauch und Staub

Im Falle einer Exazerbation sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, da die Exazerbation sofort behandelt werden muss. Häufig ist eine Änderung der Basistherapie notwendig.