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Wenn die Seele mitleidet: COPD und Depressionen

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist keine reine Atemwegserkrankung. Das haben Sie als Betroffene vielleicht auch schon festgestellt. Oftmals kämpfen COPD-Patienten nicht nur um mehr Luft, sondern auch mit verschiedenen Begleiterkrankungen. Mediziner bezeichnen die COPD daher inzwischen als eine Erkrankung, die den gesamten Organismus betrifft. Zumal die Begleiterkrankungen vielfach auch den Verlauf der COPD ungünstig beeinflussen und außerdem die Lebensqualität der Betroffenen zusätzlich mindern können.

Notruf der Psyche: Depressionen bei COPD

Zu den geläufigsten Begleit- oder Folgeerkrankungen einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung zählen psychische Probleme wie Depressionen, Ängste oder Panikstörungen. Unter entsprechenden Symptomen leiden bis zu 80 Prozent der COPD-Patienten! Sie sind also keinesfalls allein, wenn auch Sie dazugehören!

Reden hilft!

Patient mit Depression, einer Begleiterkrankung der COPD.

Dennoch kommen psychische Probleme bei Arztterminen viel zu selten oder sogar überhaupt nicht zur Sprache, bemängeln Fachärzte auf der Internetplattform „Lungenärzte im Netz“ (www. lungenaerzte-im-netz.de). Das Risiko ist vor allem dann hoch, wenn sich die körperliche Leistungsfähigkeit verschlechtert, schwerwiegende Infekte auftreten oder der Erfolg der Behandlung trotz hochdosierter Medikamente nachlässt. Hinzu kommt der angstvolle Blick auf Lebensqualität und Lebenserwartung.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wenn Sie niedergedrückter Stimmung sind, keine Freude empfinden oder antriebslos sind. Auch eine innere Unruhe oder Angstsymptome sollten Sie neben Ihren körperlichen Beschwerden bei Ihren Arztterminen unbedingt auf den Tisch bringen!

Denn erwiesenermaßen besteht bei COPD-Patienten zwischen körperlichen und seelischen Symptome eine Art Teufelskreis.

Salopp gesagt: Je schlechter Sie drauf sind, desto größer ist beispielsweise die Gefahr, im Verlauf einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung plötzliche Krankheitsverschlechterungen (Exazerbationen) zu erleiden oder gar deswegen ins Krankenhaus zu müssen. Dazu existieren eindeutige Studienergebnisse.

Was hilft COPD-Patienten bei Ängsten und Depressionen?

Es gibt mehrere Strategien, um Ängsten und Depressionen wirkungsvoll Paroli zu bieten. Aus medizinischer Sicht sind dies einerseits niedrig dosierte angstlösende oder antidepressiv wirkende Arzneimittel, andererseits bewährte psychologische Ansätze (z.B. Verhaltenstherapie). Auch eine Rehabilitationsmaßnahme kann zu mehr innerem Wohlgefühl beitragen.

Selbst ist der Patient: Depressionen angehen

Sie können aber auch selbst eine ganze Menge tun, um Depressionen und Ängsten im Zusammenhang mit Ihrer COPD den Wind aus den Segeln zu nehmen. Bleiben oder werden Sie körperlich aktiv und bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft! Oder schließen Sie sich einer ambulanten Lungensportgruppe an, denn gemeinsam macht Bewegung einfach mehr Spaß. Und igeln Sie sich nicht ein, sondern nutzen Sie beispielsweise strukturierte Patientenschulungen, bei denen Sie auch Gleichgesinnte kennenlernen, mit denen Sie sich über Ihre Probleme austauschen können. Denn ein offenes Ohr wirkt manchmal Wunder und hilft über so manches psychische Tief hinweg. Auch Entspannungsübungen wie Yoga oder die Progressive Muskelentspannung (PME/PMR) können dazu beitragen, das innere Gleichgewicht zu stabilisieren.