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Wichtig bei COPD: Atemwege vor Infektionen schützen!

Husten, Auswurf und Atemnot - das sind die typischen Beschwerden der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Aber auch Erkältungskrankheiten, Grippe oder Lungenentzündung machen sich so bemerkbar. COPD-Patienten sind anfälliger für Atemwegsinfektionen und sollten bei den ersten Anzeichen dafür Ihren Arzt zu Rate ziehen. Denn jeder Infekt in den Atemwegen kann zu einer plötzlichen Verschlechterung der Lungenfunktion (Exazerbation) führen, die eine Einweisung ins Krankenhaus nötig machen und den Krankheitsverlauf insgesamt verschlechtern kann.

Hinweise auf eine Infektion ernst nehmen

 Suchen Sie bei Anzeichen für eine Atemwegsinfektion unbedingt Ihren Arzt auf.

Als COPD-Patient sollten Sie ein Gespür dafür entwickeln, wie Ihre normale Symptomatik ist und wann die Beschwerden schlimmer werden. Achten Sie verstärkt auf Anzeichen einer Infektion und scheuen Sie sich nicht Ihren Arzt aufzusuchen, wenn Sie zum Beispiel häufiger husten müssen, wenn die Intensität des Hustens zunimmt oder die Atemnot schlimmer wird. Aber auch Fieber oder allgemeine Schwäche können Anzeichen einer Infektion sein und gehören zu den Anzeichen, die abgeklärt werden sollten.

Achtung erhöhte Infektionsgefahr für COPD-Patienten!

Fakt ist: Betroffene erkranken häufiger an akuter Bronchitis, grippalen Infekten, Grippe oder Lungenentzündung als die Allgemeinbevölkerung. Denn die Atemwege sind durch die chronische Entzündung vorgeschädigt und haben deshalb den Krankheitserregern weniger entgegenzusetzen.

Erhöht wird die Infektanfälligkeit auch durch sogenannte Bronchiektasen. Diese Erweiterungen und Aussackungen der Atemwege sind eine typische Komplikation bei COPD-Patienten und hängen mit den entzündlichen Veränderungen im Gewebe zusammen. In den betroffenen Abschnitten staut sich Bronchialsekret, das von Bakterien und anderen Erregern infiziert werden kann.

Rauchen - Wegbereiter für Atemwegsinfekte

Ungünstig ist außerdem das Rauchen. Wie Studien gezeigt haben, schwächen Bestandteile des Zigarettenrauchs die körpereigenen Abwehrkräfte gegen Krankheitserreger, die in Lunge und Atemwege eindringen.

Impfen kann schützen

Schutzimpfungen beugen Atemwegsinfektionen und den daraus folgenden Krankheitsverschlechterungen vor. Wichtig in diesem Zusammenhang sind Impfungen gegen Grippeviren und Pneumokokken, die typischen Auslöser einer Lungenentzündung. Gerade diese Erkrankungen sind ein häufiger Grund, weshalb COPD-Patienten ins Krankenhaus müssen.

Die Empfehlung für chronische Atemwegspatienten lautet daher:

  • Jährliche Impfung gegen das saisonale Grippevirus
  • Impfung gegen Pneumokokken-Lungenentzündung

Der Grippeimpfstoff steht meist ab Oktober zur Verfügung. Die Pneumokokken-Impfung kann jederzeit erfolgen und muss im Gegensatz zur Grippe-Impfung nicht jährlich wiederholt werden. Der Impfschutz gegen Pneumokokken hält etwa fünf Jahre und sollte dann wieder aufgefrischt werden.

Übrigens: Die Impfung gegen Grippeviren kann auch vor einer Lungenentzündung schützen. Studien zufolge werden mindestens 10 Prozent der Lungenentzündungen durch Viren und vor allem durch Influenzaviren ausgelöst. Insofern lohnt sich die jährliche Grippe-Schutzimpfung doppelt.

Weitere Tipps zum Schutz vor Ansteckungen

Wenn eine Erkältungs- oder Grippewelle in der Umgebung grassiert, lässt sich eine Ansteckung durch allgemeine Hygienemaßnahmen vermeiden. Das sind so einfache Dinge wie Hände mit Seife zu waschen und Hände vom Gesicht fern zu halten. Die Wahrscheinlichkeit sich zu infizieren ist groß, wenn man Mund oder Nase berührt, nachdem man einen Gegenstand angefasst hat, auf dem sich Krankheitserreger befinden.

Vorbeugen und Ihr Immunsystem stärken können Sie aber auch das ganze Jahr über zum Beispiel durch Saunieren, Wechselduschen oder Bewegung im Freien.