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COPD – Wie können Sie einer Verschlechterung vorbeugen?

Bei einer COPD kann sich die Lungenerkrankung plötzlich drastisch verschlechtern, die Beschwerden werden dann abrupt schlimmer. Solche Exazerbationen mit starker Atemnot können oft sehr plötzlich kommen, manchmal entwickeln sie sich aber auch eher schleichend. Sie sind das, was die obstruktive Lungenkrankheit so gefährlich macht. Eines der wichtigsten Ziele der Therapie ist daher, solche akuten Krisen zu verhindern.

Typische Warnzeichen für eine drohende Verschlechterung

  • Zunehmende Atemnot, auch in Ruhe
  • vermehrter Husten
  • Veränderungen des Auswurfs: größere Menge, gelb-grüne Farbe, veränderte Zähigkeit
  • zunehmender Verbrauch an Bedarfs-Spray
  • verminderte Belastbarkeit, Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Abnahme der Peak-Flow-Werte

So können Sie einer akuten Verschlechterung vorbeugen:

  • Schutzimpfungen gegen Grippe (jährlich) und Pneumokokken (alle drei bis fünf Jahre). Denn Exazerbationen der COPD treten vor allem im Herbst und Winter auf und werden meist durch Atemwegsinfektionen ausgelöst.
  • Inhalieren Sie regelmäßig die Medikamente, die Ihnen Ihr Arzt verordnet hat.
  • Vermeiden Sie Qualm und Rauch. Tabakrauch reizt die Lunge und kann Verschlechterungsschübe verursachen. Um Komplikationen vorzubeugen, sollten Sie auch Passivrauch sowie anderen Reizstoffen (u. a. Rauch, Staub) aus dem Weg gehen.
  • Nehmen Sie an Patientenschulungen teil. Denn hierbei lernen Sie, akute Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen und können ein angemessenes Verhalten im Notfall üben.
  • Machen Sie Lungensport und nehmen Sie an einer Atemtherapie teil. Dies gilt für Patienten aller COPD-Stadien. Körperliche Aktivität steigert nicht nur Belastbarkeit und Lebensqualität, sondern verringert auch die Rate von Verschlechterungen der COPD. Das heißt, auch bei fortgeschrittener Krankheit ist es sinnvoll, regelmäßig zu trainieren.
  • Achten Sie auf ein normales Körpergewicht. Übergewicht belastet den Körper und kann die Atemnot noch verstärken. Untergewicht erhöht dagegen oft die Anfälligkeit für Infektionen und verlangsamt den Gesundungsprozess.

Aus Angst vor möglichen Atemwegsinfektionen sollten Sie aber nicht Ihr soziales Leben aufgeben. Wichtig ist, die richtige Balance zu finden. Achten Sie auf die Signale, die Ihr Körper sendet. Wenn Sie eher müde und schlapp sind, bleiben Sie lieber zuhause. Andererseits sollten Sie trotz der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung immer rausgehen und Menschen treffen, wenn Ihnen danach ist.

Keine Panik bei Atemnot

Atemnot bei COPD fühlt sich sehr bedrohlich an, die damit verbundenen Ängste sind sehr verständlich. Umso wichtiger ist es, Atemnot-Anfällen vorzubeugen und für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein.

Meiden Sie, so gut es geht, Situationen, von denen Sie wissen, dass sie bei Ihnen Atemnot auslösen. Gestalten Sie Ihren Tagesablauf mit der Lungenkrankheit nach Ihrem eigenen Rhythmus und versuchen Sie Stress und Hektik gar nicht erst aufkommen zu lassen. Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Yoga können dabei hilfreich sein, entsprechende Kurse werden z. B. an Volkshochschulen angeboten.

Sofortmaßnahmen bei akuter Atemnot:

Kutschersitz
  • Bewahren Sie Ruhe
  • Inhalieren Sie Ihr Bedarfsmedikament, wie mit dem Arzt besprochen
  • Ausatmen mit „Lippenbremse“
  • „Kutschersitz“ einnehmen
  • Bei weiterer Verschlechterung: Notarzt anrufen

Informieren Sie in jedem Fall, spätestens nach dem Abklingen der Beschwerden, Ihren behandelnden Arzt.