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COPD – wie werden die COPD-Stadien eingeteilt?

Vielleicht haben Sie in einem Arztbericht schon einmal gelesen, dass der Arzt von einer COPD GOLD III A oder ähnlichem geschrieben hat. Was verbirgt sich hinter dieser Abkürzung? Um die individuelle Behandlung der Patienten weiter zu verbessern wurde 2016 von der „Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease“ (GOLD) ein neues Schema zur Einteilung der COPD-Stadien veröffentlicht. Mit diesem neuen Schema kann Ihr Arzt den Schweregrad Ihrer COPD feststellen und so die passenden Medikamente für Sie finden. Mit Hilfe des neuen Schemas lassen sich auch Veränderungen im Verlauf der COPD-Erkrankung gut dokumentieren.

Patienten suchen Ihren Arzt vielfach erst bei Atemnot oder akuten Verschlechterungen (Exazerbationen) auf. Ihr Arzt wird das Stadium Ihrer COPD dann anhand Ihrer Lungenfunktionswerte, Ihrer Sympotmatik und der Anzahl der Exazerbationen (akute Verschlechterungen), die Sie hatten, ableiten. Daran definiert er dann notwendige Therapie.

Schweregrad nach Einteilung der Lungenfunktion GOLD (I-IV)

Die Einteilung nach GOLD (I-IV) gibt an, wie groß die Einschränkungen der Lungenfunktion sind. Die Lungenfunktion wird als sogenannte forcierte 1-Sekundenkapazität gemessen (FEV1) und beschreibt die Luftmenge, die der Patient zu Beginn der Ausatmung mit maximaler Kraft ausatmen kann. Der jährliche Verlust dieser Lungenfunktion ist vor allem in den frühen Krankheitsstadien besonders ausgeprägt.

Das Anfangsstadium der COPD ist das Stadium GOLD I. Hier ist die Lungenfunktion, hier gemessen am FEV1-Wert, des COPD-Patienten noch größer als 80 % vom Sollwert, also der altersentsprechenden normalen Lungenfunktion.

Im Stadium GOLD II, der mittelschweren COPD, geht die Lungenfunktion bis zu einem FEV1 von 50 % zurück.

Im Stadium GOLD III geht die Lungenfunktion bis zu einem FEV1 von 30 % zurück.

Im letzten Stadium, dem Stadium GOLD IV der COPD, beträgt die Lungenfunktion (FEV1) weniger als 30% vom Normalwert. Die Lungenfunktion ist spätestens jetzt soweit eingeschränkt, dass die Betroffenen auf zahlreiche unterstützende Maßnahmen angewiesen sind.

Diagramm: Verlust der Lungenfuntkion in den COPD-Stadien

Schweregrad nach Symptomen (GOLD A-D)

Zusätzlich gibt es die Einteilung in die Gruppen A-D, die die Stärke der Symptome z. B. Schwere der Atemnot (mMRC oder CAT), den Schweregrad der Exazerbation und die Exazerbationshäufigkeit anzeigen. Die Einteilung der COPD geht demnach also von GOLD 1A bis GOLD 4D.

Einteilung der COPD von GOLD 1A bis GOLD 4D

Die passende Medikation kann mit der neuen Einstufung nach GOLD (A-D) nun nach Symptomen und dem jeweiligen Stadium der Lungenerkrankung für Sie als Patienten individuell abgestimmt werden. Die Medikamente können nun spezieller auf den Patienten und das Stadium Ihrer obstruktiven Lungenerkrankung angepasst werden. Zu beachten ist, dass ab der Diagnose der COPD eine wirksame bronchienerweiternde Behandlung gestartet werden sollte, um den Verlauf der COPD positiv zu beeinflussen. Neben der medikamentösen Behandlung ist hier aber auch die nicht-medikamentöse Therapie von Bedeutung, um Ihre Lebensqualität trotz der COPD zu erhalten.